Archive for the 'me is angry' CategoryPage 3 of 3

Handtuch-Kriege

Also, beim letzten Besuch im Fitness-Studio meines Vertrauens sind mir wieder zwei Sachen übel aufgestoßen:

Erstens: Zum einen ist es dann ja tatsächlich so, dass sich Klischees bestätigen. Damit meine ich die Hardcore-Bodybuilder-Fraktion. Auch wenn es sich um die Mucki-Bude der Uni handelt, so findet sich auch hier die allseits beliebte Spezies der Kraftaffen. Zehn Mal die Hanteln mit hochrotem Kopf in die Höhe gestemmt und danach dann stundenlange Betrachtung in der Spiegelgalerie. Könnte ja auch sein, dass sich da schon ganz neue Muskeln abzeichnen. Okay, vielleicht bin ich auch einfach nur neidisch, weil sich bei mir die Muskeln ob der Fettberge nicht zeigen wollen.

Zweitens: Woher kommt der Trieb der Deutschen, ihr Revier mittels eines Handtuchs abzustecken. Ist es der teutonische Eroberungsdrang, der uns nicht nur auf Mallorca dazu zwingt, die Schlacht am Pool schon frühzeitig durch die taktisch geschickte Platzierung von Handtüchern zu entscheiden? Auch in der Mucki-Bude zeigt sich dieses Verhalten sehr deutlich. Zum einen gibt es den Typen, der an ein Gerät geht und seine Übung durchführt, danach aber erstmal ausgiebig mit Kollegen plaudert, sich im Spiegel betrachtet und/oder mal eine Runde kacken geht. Komischerweise immer an dem Gerät, wo ich mal gerne hinmöchte. Dann gibt es auch die, die nur ein Gerät mit dem Handtuch erobern können, aber eigentlich an zwei verschiedenen Geräten zugange sind. Erst die Übung an dem einen Gerät und dann schnell zu Gerät Nummer Zwei. Ist dann halt doof, wenn man sich von diesen übereifrigen Sportskanonen in der Ausführung der Übung stören lassen muss. “Darf ich da mal ran, da war ich gerade zugange”. Tja, ohne Handtuch kann ich das ja nicht ahnen. Oder hat er das Gerät anderweitig markiert? Mal kräftig drangepinkelt oder per kräftigem Pups? Das wird noch zu ergründen sein. Bis dahin….

Eine kleine Geschäftsidee

Gestern abend schön mit Schatzi so genanntes Boulevardfernsehen betrachtet. Da kam dann ein Bericht über das Pärchen Doreen und Ronny aus Berlin. Beide sind leider arbeitslos und leben von Hartz-IV. Doch Ronny mag nicht mehr nur von Hartz-IV leben und träumt von einem Leben, wo man sich auch was leisten kann. Einen höheren Standard halt, oder auch eine Weltreise. Naja, und da der Ronny nicht ganz doof ist, setzt er sich hin und überlegt, was man denn so machen könnte. Das dauert ein bißchen und irgendwann hat Ronny die alles entscheidende Idee: Nicht er wird etwas an dieser Situation ändern. Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss! Sondern Doreen wird in den Puff geschickt. Also, überredet er kurzerhand sein Schatzi dazu, sich als Prostituierte feilzubieten.

Also, wird Doreen in den Puff geschickt und nach einem Besuch beim Frisör darf sie dann die ersten Freier ranlassen. Leider fühlt sie sich nicht so gut dabei und als ein älterer Herr das Recht an ihrer Liebe für einen begrenzten Zeitraum erwirbt, da bricht sie die ganze Sache noch am ersten Tag ab.  Jetzt haben sich alle von ihr abgewendet und auch Ronny, diese selbstlose, treue Seele mag sie erstmal nicht mehr anfassen.

Was ich an diesem Bericht so unsagbar schrecklich fand, war einfach die lakonische Darstellung des Ganzen. Kein Kommentar dazu, dass dieses charakterlose Arschloch seine eigene Freundin zum Anschaffen schickt. Auch keine kritischen Fragen an ihn. Vielmehr wird die Sache so dargestellt, als hätte sie einen Probetag beim Bäcker verbracht. “Möchten sie unser Kraftkornbrot geschnitten oder am Stück?” Naja, vielleicht darf man ja mittlerweile so mit Menschen umgehen, die versuchen, wieder Anschluss an das Arbeitsleben zu finden. Und das keiner den Typen mal kastriert. Unfassbar. Aber sich dann nächste Woche wieder darüber aufregen, dass der Eisverkäufer an der Ecke nicht die DIN-Norm bei der Eiskugel-Größe einhält.

Pages: Prev 1 2 3