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Ein Extraleben

1. September 2010 - 22:29 Uhr

Vor ein paar Tagen habe ich das Buch “Extraleben” von Constantin Gillies beendet. Ein sehr amüsantes Buch, welches ich regelrecht verschlungen habe. Die beiden Protagonisten sind Nick und der Ich-Erzähler, von dem man nur den Nickname “Kee” im Laufe des Buchs erfährt. Die beiden arbeiten als Redaktions-Assistenten bei einer großen Zeitschrift und dürfen dort das “Mädchen für alles” spielen. Beide haben sich in ihrem Zustand eingerichtet und treiben eher planlos durchs Leben, während alle anderen der großen Karriere nachlaufen.

Die beiden sind seit der Schule befreundet und schwelgen in nostalgischen Erinnerungen an vergangene Videospielzeiten. C64 und Atari 2600, das waren noch richtige Konsolen und an Klassiker wie “Space Invaders” oder “Asteroids” kommen heutige Spiele nicht ran. Die beiden sind Retrofreaks und Nick hat eine beeindruckende Sammlung alter Hardware. Als die beiden eine Runde am C64 zocken wollen, stoßen sie auf eine Nachricht, die mit dem Spiel nix zu tun hat. Die beiden wollen wissen, was es damit auf sich hat und einige Monate später nutzen die beiden ihren Urlaub, um in den USA die Spur weiterzuverfolgen. Dabei entwickelt sich eine Schnitzeljagd quer durch die Staaten.

Das Buch habe richtig gerne gelesen, vor allem weil die beiden solche Retronerds sind und einen wieder mit in die Zeit von Datasette und Co. mitnehmen. Das Ganze ist eine Art Roadmovie in Buchform und im Laufe des Buches wird klar, dass sich die Dinge für die beiden Hauptfiguren langsam ändern. Damals war eben doch nicht alles besser und bei genauer Betrachtung ist Pac-Man vielleicht noch für 15 Minuten Fun gut, aber dann ist auch vorbei. Aber da will ich jetzt auch nicht vorgreifen. Auf jeden Fall werde ich mir demnächst mal den Nachfolger “Der Bug” holen.

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Metro 2033: Buch vs. Spiel

3. Mai 2010 - 18:35 Uhr

In den letzten Tagen konnte ich mich glücklich schätzen, die gleiche Geschichte in zwei unterschiedlichen Medien erleben zu dürfen. Schon seit knapp 2 Monaten habe ich mich durch das Buch “Metro 2033″ gearbeitet. Vor einem Monat kam auch das gleichnamige Spiel für die Xbox 360 noch hinzu. Das letzte Mal hatte ich ein ähnliches Szenario bei der Herr der Ringe-Trilogie, wo ich parallel zum ersten Film die Bücher las. Ja, totally Crossmedia und so. :D

Wie schon aus dem Titel zu ersehen, spielt Metro 2033 in eben jenem Jahr 2033. Die Menschheit hat sich mehr als 20 Jahre vorher mit Atomwaffen die Köpfe eingeschlagen und die wenigen Überlebenden der russischen Metropole Moskau haben sich in die Tunnel und Bahnhöfe der Metro geflüchtet, wo sie ihr Dasein fristen. Die Oberfläche der Stadt ist aufgrund der hohen radioaktiven Strahlung unbewohnbar und nur wenige trauen sich überhaupt in die zerstörte Stadt, um nach verwertbaren Gegenständen zu suchen. Die atomare Apokalypse hat dazu geführt, dass zahlreiche Tier- und Pflanzenarten mutiert sind und diese neuen Lebensformen sind nicht unbedingt freundlich. Interessant an dem Setting ist die Tatsache, dass sich einzelne Stationen der Metro zu Allianzen politischer und/oder religiöser Natur zusammengeschlossen haben. Es gibt Kommunisten, das Vierte Reich, die Hanse oder auch die so genannte Polis. Alles Fraktionen mit eigenen Interessen und Terrritorien. In der Metro lebt auch Artjom, ein junger Mann, dessen Station von den so genannten “Schwarzen” heimgesucht wird, ein Feind, der die ganze Metro bedroht. Artjom wird auf eine alles entscheidende Mission geschickt und von seiner Reise handeln Buch und Spiel.

Das Spiel fällt leider im direkten Vergleich der beiden Medien deutlich ab. Es wird irgendwie nicht so deutlich, warum man jetzt diese Reise durch die Metro unternehmen soll und viele Zusammenhänge bleiben unklar. Zudem fand ich die Entscheidung, aus der Geschichte einen Ego-Shooter zu machen nicht so gut. Gerade das Setting mit den vielen Fraktionen, denen man während der Reise durch die Metro begegnet, wäre aus meiner Sicht viel besser für ein Rollenspiel geeignet. Stattdessen läuft man durch dunkle Tunnel und ballert ab und an auf Horden an Mutanten. Das ist dann nach 2-3 Stunden Spielzeit auch höchst langweilig. Angeblich soll “Metro 2033″ in Richtung Survival Horror (à la Resident Evil) gehen, aber gruseln tut man sich gar nicht. Einzig die immer wieder knapp bemessene Munition sorgt für ein bißchen schwitzige Hände. Mich hat zudem belustigt, dass man ständig im Spiel Hinweise auf das Buch findet. Mal liegen Ausgaben von “Metro 2033″ in den Unterkünften der Menschen oder es finden sich Poster, die dezent auf das Buch hinweisen.

Ich habe das Spiel nicht durchgespielt, da es mich nicht wirklich in seinen Bann ziehen konnte. Das Buch habe hingegen beendet und fand es sehr gut. Der Autor wird manchmal ein bißchen ausufernd in seinen Beschreibungen der Umgebung, aber das ist nicht wirklich schlimm. Das Setting wird hier wirklich schön ausgereizt und man wird auch viel mehr in die Handlung hineingezogen. Jetzt ist nur die Frage, ob ich mir auch das Buch “Metro 2034″ gebe, denn bei Amazon kommt die Fortsetzung nicht so gut weg. Manchmal macht das gute alte Lesen doch mehr Spaß.

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Die Leiden des jungen D.

17. Januar 2010 - 21:20 Uhr

Gestern abend habe ich die Biografie “Zurück ins Leben” von Sebastian Deisler zuende gelesen. Ich war nie ein großer Fan von ihm, wahrscheinlich weil er halt nie in grün-weiß gespielt hat. Zum anderen hat mich das hystersiche Geschrei um seine Person immer abgeschreckt. Allein schon die “Basti Fantasti”-Nummer, die anfing nachdem er sein erstes Tor für Gladbach schoss, das Ergebnis eines unwiderstehlichen Solos über den halben Platz. Dann die ständige geheuchelte Anteilnahme bei seinen immer wiederkehrenden Verletzungen und als 2003 herauskam, dass er an Depressionen leidet.

Das Buch gibt einen guten Einblick in die kurze Karriere Deislers und zeigt vor allem, wie sich Deisler innen drin gefühlt hat. Am 6. März 1999 schießt Deisler das oben genannte Tor und wird in diesem Moment zum Hoffnungsträger einer ganzen Nation. 1998 war Deutschland bei der WM im Viertelfinale an Kroatien gescheitert, Vogts hatte kurze Zeit später abgedankt und Ribbeck trainierte die Nationalmannschaft. Auf Deisler vereinigten sich nun also all die Hoffnungen der Fans. Im Sommer 99 wechselt er zur Hertha nach Berlin, wo er der alten Dame neuen Glanz verleihen soll. Deisler selbst hofft, in der Anonymität der Großstadt untertauchen zu können, doch diese Hoffnungen erfüllen sich nicht. Die Fans, die Medien und die Vereinsverantwortlichen sehen in ihm den Heilsbringer, der den Verein und die Nationalmannschaft in ein goldenes Zeitalter führen wird.

Dieser Druck begleitet Deisler seine ganze Karriere hindurch. Bis heute hat es ein einzelner Spieler in Deutschland nie wieder geschafft, eine solche Hysterie auszulösen. Deisler selbst ist unter anderem auch an diesem Druck irgendwann zerbrochen. Ihm ging es nur darum, Fußball zu spielen. Das ganze Drumherum mit Medien, Werbepartnern und vielem mehr hat ihn nie interessiert, sondern nur angewidert. Natürlich kommen bei Depressiven mehr Faktoren zusammen, so hat Deisler auch eine gewisse Anlage zur Depression und sich selbst stark unter Druck gesetzt. Erschwerend kam seine Verletzungsanfälligkeit hinzu, alleine am rechten Knie musste er mehrfach operiert werden.

Unter viel Geschrei wird im Herbst 2001 bekannt, dass Deisler schon für den Sommer 2002 mit den Bayern einig geworden ist. Er gilt fortan in Berlin als Verräter. Sein Vereinsmanager Dieter Hoeneß hatte er schon im Sommer 2001 darüber informiert, dieser aber hatte Deisler das Versprechen abgerungen, noch bis zum Winter dichtzuhalten. Eine Indiskretion eines Bankangestellten sorgte dafür, dass alles an die Öffentlichkeit kam. Statt Deisler in Schutz zu nehmen und die Wahrheit zu erzählen, lässt der Verein zu, dass Deisler öffentlich gegrillt wird.

Auch bei den Bayern kommt Deisler nicht zur Ruhe. Statt einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, kann er sich nie ganz durchsetzen, Verletzungen und seine 2003 bekannt gewordene Depression sorgen dafür, dass er zunehmend an Ansehen innerhalb des Vereins verliert und nach Jahren des Leidens gibt er Anfang 2007 seinen Abschied vom Profifußball bekannt.

Deislers Geschichte ist tragisch, so wie die Geschichte vieler anderer Depressiver. Deisler war mit unglaublich viel Talent gesegnet, doch Spieler seiner Klasse können nicht einfach nur kicken. Sie werden zu einem öffentlichen Gut, von dem jeder ein Stück abhaben möchte. Schon nach Deislers Abtritt gab es eine Diskussion über die Zustände im Profifußball und den Umgang miteinander. Diese Diskussion ist nach dem Suizid von Robert Enke erneut hochgekocht. Doch ändern wird sich auch nach diesem tragischen Ereignis nichts. Alleine schon die Wahl von Felix Magath zum Trainer des Jahres zeigt, dass man nichts gelernt hat oder lernen will. Fachlich mag man Magath nix ankreiden können, aber letztlich beruht ein nicht unerheblicher Teil seines Erfolgs auf der Verbreitung von Angst und dem Einfordern absoluten Gehorsams. Er ist sich auch nicht zu schade, einen Spieler wie Albert Streit den Fans und der Presse öffentlich zum Fraß vorzuwerfen oder Spieler, die keine Perspektive mehr haben, eiskalt abzuservieren und am langen Arm verhungern zu lassen. Aber gut, Erfolg geht dann offensichtlich über alles und das “Wie?” hinterfragt dann auch keiner.

Deislers Buch gibt einen guten Einblick in das Innenleben eines Gescheiterten und zeigt, wie man auch am Glamour der Fußballwelt zerbrechen kann und nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Ich kann das Buch nur empfehlen, weil es mal was anderes ist als die üblichen Sportler-Biografien und auch weil die Geschichte bei Deisler noch ein glimpfliches Ende genommen hat.

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Neue Inspirationen in der Küche

24. November 2008 - 17:12 Uhr

Momentan kann man sich ja vor lauter Kochsendungen und Co. gar nicht mehr retten. Kochen ist einfach en vogue und es wird auch immer schwerer, etwas wirklich Neues im kulinarischen Dschungel zu finden. Doch ihr habt Glück: Dank der Freunde von Geekologie.com wurde ich auf das “Sperma-Kochbuch” aufmerksam. Hier kann man den Schmöker auch gleich käuflich erwerben und sogar durch die ersten Rezepte blättern.

Ich übersetze mal die Produktbeschriebung aus dem Englischen: “Sperma ist nicht nur nahrhaft, sondern hat auch eine tolle Konsistenz und wundervolle Kocheigenschaften. Wie bei edlem Wein und Käse ist der Geschmack vielschichtig und dynamisch. Sperma lässt sich kostengünstig produzieren und ist in den meisten, wenn nicht sogar allen, Haushalten und Restaurants verfügbar. Trotz dieser tollen Eigenschaften wird Sperma als Nahrungsmittel vernachlässigt. Dieses Buch wird dies hoffentlich ändern. Nachdem man sein anfängliches Zögern überwunden hat, wird man überrascht sein, wie toll sich Sperma in der Küche macht. Sperma ist eine aufregende Zutat, die jedem zubereiteten Gericht das gewisse Etwas geben kann. Wenn sie ein leidenschaftlicher Koch sind und auch mit neuen Zutaten experimentieren wollen, werden sie dieses Buch lieben.”

In diesem Sinne: Mahlzeit!

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MURP!

13. November 2008 - 12:37 Uhr

Uiuiui, im Windschatten meiner Aufmerksamkeit ist einer neuer “Hartmut und ich“-Roman erschienen. Nachdem ich gerade vor kurzem “Wandelgermanen” gelesen hatte, freue ich mich schon auf das neue Werk. Das Schöne an dem Buch ist, dass es auch einen eigenen Titelsong dazu gibt. Allgemein empfiehlt sich ein Besuch bei der Männer-WG.

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Wieder zurück

23. Oktober 2008 - 15:29 Uhr

So, nach einer hochzeits-bedingten Schaffenspause melde ich mich wieder zurück. Die Hochzeit und die anschließende Flitterwoche waren beide sehr schön, aber leider auch viel zu schnell vorbei. Dafür kenne ich jetzt auch jeden Tinnef-Laden auf der schönen Insel Rügen. Kann man machen, muss man aber nicht.  ;-)

Seit Dienstag sind die Eheleute Reygate wieder fest im Griff des Alltags und gestern gab es als Sahnehäubchen noch einen miesen CL-Auftritt des SVW. So schlägt man also wieder hart auf den Boden der Realität auf.

Habe im Urlaub das Buch “Kill Your Friends” von John Niven gelesen. Ein satirischer Blick auf das Musikbusiness, welcher sich auf den Spruch “Sex, Drugs and Rock & Roll” reduzieren lässt. Das Buch ist flott geschrieben und auch wenn vieles völlig überzeichnet dargestellt wird, bin ich mir sicher, dass vieles davon gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt ist. Letztlich ist das Buch dann doch zu lang geraten, da die Story einfach keine 379 Seiten wert ist und das Buch irgendwann auf die ewig gleichen Schilderungen von Drogenkonsum, Sexspielen und geistig minderbemittelten Musikern zurückgreift. Ein wenig hat mich die Story an Beigbeders Abrechnung mit der Werbeindustrie in “39,90” erinnert. Am Ende des Tages ein nettes Buch, das mich einige Male zum Schmunzeln gebracht hat, mehr aber auch nicht.

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