Schlagwort: hack

Troubled Times

Im November hatte ich ja schon darüber geschrieben, dass der Blog gehackt wurde und wie ich es am Ende dann doch noch hinbekommen habe, die Seite wieder herzustellen. Schon im April ist mir aufgefallen, dass wieder Schindluder mit dem Blog betrieben wurde. In eher unregelmäßigen Abständen schaue ich in die Search Console von Google rein, die Webseitenbetreibern Informationen über die Seite bereitstellt. So kann man unter anderem sehen, wie viele Unterseiten einer Website Google findet und indexiert oder wird informiert, wenn es Probleme mit der Seite gibt. Bei besagtem Blick in die Search Console fiel mir auf, dass die Zahl der von Google gefundenen Seiten für diesen Blog extrem schnell anstieg.

Anfang April waren es ca. 8.000 Seiten, um den 10.04. herum sprang die Zahl sogar auf über 18.000. Was für so einen kleinen Blog hier natürlich völlig unrealistisch ist. Die neu hinzu gekommenen Seiten sahen dabei in etwa so aus:

WordPress-SERPs, die mit koreanischen Schriftzeichen und URLs vollgepumpt sind. In dem Moment rutschte mir das Herz in die Hose: „Nicht schon wieder ein Hack!!“. Beim Versuch, mich in irgendeiner Form schlau zu machen, bin ich vor allem auf das hier gestoßen: https://secure.wphackedhelp.com/blog/fix-wordpress-japanese-keywords-hack/ Hier wird ein Hack beschrieben, bei dem dann japanische Keywords auf der Seite platziert werden. Ich habe anschließend den Blog auf einen Hack hin untersucht, konnte aber nichts finden. Die Datenbanken waren okay, es hatte auch keiner die Sitemaps manipuliert.

Das einzige, was ich finden konnte: offensichtlich sind auch noch andere Seiten von diesem Problem betroffen. Wenn man Teile der Zeichenketten in Google eingibt, findet man weitere WordPress-Blogs, die betroffen sind.

Leider habe ich auch bisher noch nicht herausgefunden, wie dieses Fluten von WordPress-Serps funktioniert. Ich denke, die SERPs werden von außen verlinkt und Google indexiert sie daraufhin. Aber sicher bin ich mir nicht. Aber wie man der ersten Grafik mit dem Verlauf der Seiten sieht, ist die Zahl wieder deutlich zurück gegangen, denn ich habe immerhin herausgefunden, wie ich das Problem loswerde. Zum einen habe ich die Suche auf der Seite deaktiviert. Dazu habe ich das „Disable Search„-Plugin verwendet. Darüber hinaus habe ich in der robots.txt eine Regel hinzugefügt, welche das Indexieren von WordPress-SERPs meiner Seite unterbindet. Das sieht in der robots.txt dann so aus:

Disallow: /?s*

Und nach einer gewissen Zeit ist die Zahl der von Google gefundenen Seiten immer weiter zurück gegangen. Immerhin.

Hackers were here

Am Donnerstag bekam ich von der Google Search Console eine Meldung, meine Seite sei nicht so wirklich erreichbar. Nach dem Lesen der Mail habe ich kurz auf dem Handy versucht, den Blog aufzurufen. Und wurde auf irgendwelche Spam-Seiten weitergeleitet. Schöne Scheiße. Irgendjemand hat also den Blog gehackt. Nun ist es ja nicht so, dass dieser Blog hier die riesigen Zugriffszahlen hat oder hier eine Perle des Internets nach der anderen produziert würde, aber beim Gedanken daran, alles könnte verloren sein, bekam ich schon schlechte Laune.

Am Abend, nachdem die Kinder im Bett waren, habe ich mich hingesetzt und versucht, zu retten, was zu retten ist. Erst einmal eine Mail an den Hoster, damit der informiert ist und mir vielleicht Auskunft geben kann, von wo aus der Angriff erfolgte, bzw. wie die Redirects ausgelöst werden. Anschließend dann bei Google nach „WordPress Redirect Hack“ gesucht und mich ein bisschen schlau gemacht. Anschließend den Empfehlungen gefolgt und erst einmal geschaut, welche Dateien auf dem FTP-Server vllt. zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt geändert wurden oder ob sich Dateien mit komischen Namen finden lassen. Doch da kam ich nicht weiter.

In der Zwischenzeit antwortete der Support meines Hosters. Die Attacke wurde durch eine Sicherheitslücke in einem Plugin ausgelöst. Ein Plugin, was ich im Rahmen der Anpassungen für die DSGVO eingebunden hatte. Schönen Dank auch, liebe EU! Plugin also auf die neueste Version gehievt. Parallel hatte ich in den Datenbanken nach der URL gesucht, die beim initialen Aufruf des Blogs geladen wurde und von wo aus die Nutzer weitergeleitet wurden. Tatsächlich fand ich den entsprechenden Eintrag in der wp-options-Tabelle, wo die URL in den Eintrag für die Site URL geschrieben wurde. Die schadhafte URL habe ich dann entfernt und nach einem Reload war der Blog wieder erreichbar. Doch ich kam leider nicht mehr in den Admin-Bereich.

Die Suche im Internet nach der entsprechenden Fehlermeldung „Warning: Header may not contain more than a single header, new line detected in…“ förderte die Erkenntnis zutage, dass da irgendwo ein Leerzeichen zu viel sein soll. Also, die wp-login-Datei angeschaut, die Datei neu hochgeladen und einmal mit der wp-login.php eines frischen WordPress-Installationspakets verglichen. Fazit: wie sie sehen, sehen sie nichts. Dann fiel mir irgendwann ein, dass ich beim Anpassen der wp-options-Tabelle vergessen hatte, meine Blogadresse bei der Site URL einzutragen. Das habe ich kurz angepasst und anschließend konnte ich mich auch wieder im Admin-Bereich einloggen.

Da habe ich noch einmal Glück gehabt, dass der Angriff sich noch einigermaßen leicht abwehren ließ. Zwischenzeitlich hatte ich mich darauf eingestellt, alles löschen zu müssen, aber dieser Super-GAU konnte abgewendet werden. Und ich habe jetzt wieder ein Backup-Plugin laufen, der Blog und DB täglich sichert. 🙂

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén