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Mein neues Ich

Die meisten werden es eh schon wissen, bspw. via Social Media. Aber hier kann ich mich noch einmal in längerer Form zu dem Thema auslassen. Im Januar diesen Jahres habe ich mich einer so genannten bariatrischen Operation unterzogen. Diese dient dazu, das Gewicht zu reduzieren. Das bei mir verwendete OP-Verfahren ist der Omega-Loop-Bypass. Dabei wird zu einen der Magen verkleinert und zum anderen ein Teil des Darms umgangen, Der Magenbypass auf zwei Arten: 1.) die aufgenommene Menge wird deutlich eingeschränkt und 2.) die Menge, die aufgenommen werden kann, wird schlechter „verarbeitet“.

Warum?

Aber warum das Ganze? Hätte ich nicht einfach auf „normalem Weg“ abnehmen können? Das ist eine berechtigte Frage, die ich einfach mal mit „Nein“ beantworte. Ich bin ca. 20 Jahre übergewichtig (gewesen), habe das Diät-Repertoire einmal durchgespielt. Nur dauerhaft abgenommen habe ich dadurch nicht. Klar, mal hier ein paar Kilo und dann wieder dort, aber am Ende des Tages habe ich das verlorene Gewicht wieder in kurzer Zeit drauf gehabt. Und meist dann noch etwas mehr. Über OPs zur Gewichtsreduktion wusste ich Bescheid. Für mich war das nur etwas für „richtig Dicke“ und immer auch mit dem Stigma der Kapitulation verbunden sowie mit der damit verbundenen Annahme, den einfachen Weg beschreiten zu wollen.

Ende 2017 habe ich mich dann doch mit einer Operation als möglichem Ausweg aus meiner Situation befasst. Den konkreten Anlass kann ich nicht mehr rekonstruieren Vielleicht habe ich etwas zu dem Thema gelesen oder eine Doku im Fernsehen gesehen. Klar war aber, das es so nicht weitergehen konnte. Ich hatte einen Diabetes Typ II, der trotz Medikamenten nicht besser wurde (nächste Eskalationsstufe wäre dann das Spritzen von Insulin gewesen), dazu noch Bluthochdruck. Darüber hinaus noch weitere Probleme, wie Kurzatmigkeit bei Belastung, Schmerzen in Hüften, Knien und Fußgelenken. Von banaleren Problemen wie das Shoppen von Klamotten möchte ich gar nicht erst anfangen.

Wo?

Ich habe damals geschaut, welche Kliniken in Hamburg sich auf bariatrische Operationen spezialisiert haben. Dabei fand ich drei Stück: das UKE, die Asklepios West sowie die Schön Klinik. Bei allen dreien habe ich einen Infoabend besucht, um mich über die verschiedenen Operationsverfahren sowie die Rahmenbedingungen der Klinik zu informieren. Meine Wahl fiel letztlich auf die Schön Klinik, da sie dicht an unserem Wohnort ist und beim Infoabend den besten Eindruck machte.

Durch die Info-Abende sowie die parallele Beschäftigung mit dem Thema wurde mir klar: das ist kein einfacher Weg. Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, muss man das so genannte MMK (Multi Modales Konzept) durchlaufen. Das ist quasi dazu da, um der Krankenkasse zu zeigen, dass auf konservativem Weg keine ausreichende und dauerhafte Abnahme möglich ist. Man geht einmal im Monat zur Ernährungsberatung und muss 2-2,5 Stunden Sport die Woche nachweisen. Dazu gehört auch ein psychologisches Gutachten sowie eine Magenspiegelung, um bspw. Erkrankungen auszuschließen, die eine Operation unmöglich machen.

Der Weg zur OP

Dieses MMK dauerte bei mir vom Januar 2018 bis zum August 2018, also sieben Monate. Die Dauer des MMK kann dabei von Patient zu Patient variieren, das hängt von den Leitlinien ab, die sich immer mal verändern. Im September dann hatte ich einen Termin in der Schön-Klinik zur Abgabe des Antrags auf Kostenübernahme. Im ersten Anlauf hatte ich noch eine Sache vergessen, so dass ich eine Woche später nochmal kommen musste. Am Ende war alles komplett und ich bekam eine Woche später einen OP-Termin. Der 14.01.2019 war das.

Kurz vor Weihnachten musste ich mich noch einmal in der Schön-Klinik einfinden. Das OP-Vorgespräch stand an. Dazu noch die Aufnahmeformalitäten und das Gespräch mit der Anästhesie. Im Vorgespräch mit dem Chirurgen wurde dann das Operationsverfahren abgestimmt, bei mir oben genannter Magenbypass. So konnte ich Weihnachten noch einmal genießen, bevor Silvester die so genannte Eiweißphase begann. Zwei Wochen lang sollte ich mich überwiegend von Eiweißshakes ernähren. Einen Shake durfte ich durch eine eiweißreiche Mahlzeit ersetzen. Die ersten paar Tage waren echt hart, man fühlt sich wie ein Junkie auf kaltem Entzug. Aber irgendwie habe ich es die zwei Wochen durchgehalten.

Die Operation

Dann kam der Tag der OP. Ich hatte Glück, denn ich hatte gleich den ersten Termin des Tages bekommen. So musste ich nicht lange warten und noch einen Großteil des Tages rumkriegen. Um 06:45 Uhr in der Klinik einfinden, um 08:00 Uhr dann schon im OP liegen. Irgendwann wieder im Aufwachraum langsam zu sich kommen. Ermahnt werden, doch richtig zu atmen. Und dann irgendwann endlich aufs Zimmer dürfen, wo meine Frau auf mich wartete. Der Tag der OP selbst verschwimmt zwischen kurzen Wachphasen und Wegdösen. Ich fühlte mich einfach wie von einem Panzer überfahren.

Aber zum Glück ging es danach stetig aufwärts. Am Tag der OP selbst konnte ich schon selbst auf die Toilette und am nächsten Tag wurden erste Spaziergänge im Krankenhaus unternommen. Dazu erster Kontakt mit Quark/Joghurt als Nahrung. Am Freitag durfte ich dann endlich nach Hause. Hier gemerkt, dass ich echt noch ziemlich wackelig auf den Beinen war. Im Anschluß an die Woche im Krankenhaus war ich noch zwei weitere Wochen krank geschrieben.

Status Quo

Die OP ist nun über sieben Monate her. Und bisher war sie ein voller Erfolg. Ich habe über 50 Kilo abgenommen und bin sowohl den Diabetes und den Bluthochdruck los. Ich habe mich an das Leben mit dem Bypass gewöhnt. Doch es ist eben nicht einfach nur eine Abkürzung. Ich werde mein Leben lang auf meine Ernährung achten müssen. Man kann den den verkleinerten Magen auch wieder dehnen, wodurch die aufgenommene Menge dann steigt. Dazu kann man den kleinen Magen auch austricksen, indem man sich bspw. Milchshakes und Co. reinhaut. Dann muss ich mein Leben lang bestimmte Vitamine und Mineralien zuführen. Der veränderte Verdauungstrakt kann diese nicht mehr über die Nahrung in ausreichendem Maße aufnehmen.

Dazu besteht auch immer die Gefahr, dass bestimmte Lebensmittel ein so genanntes Dumping auslösen. Gerade Essen mit viel Zucker und/oder Fett ist dafür prädestiniert. Oder man verträgt bestimmte Lebensmittel gar nicht mehr. Bei mir hält sich beides in Grenzen, aber es gibt auch Operierte, die da deutlich eingeschränkter sind. Dazu gilt auch der weise Spruch: „Der Kopf wird nicht operiert.“ Das heißt, Auslöser für das Essen wie Stress, negative Emotionen und so weiter wird es auch weiterhin geben. Man muss dann andere Wege finden damit umzugehen und nicht weiter zum Essen greifen. Am Ende des Tages bleibt man sein Leben lang adipös, auch wenn man es mir im Moment nicht mehr ansieht.

Dazu ist es aktuell noch so, dass ich mich in der so genannten Honeymoon-Phase befinde. Ich habe sehr viel in sehr kurzer Zeit abgenommen. Aber irgendwann bin ich am Ziel angekommen und dann beginnt der Kampf darum, das Gewicht langfristig zu halten. Die Operation ist eine Krücke, ein Anschwung in die richtige Richtung, aber sie ist eben kein Allheilmittel. So, das war meine Story. Fragen gerne in die Kommentare 🙂

 

Ich bin ein Arbeiterkind?

An deutschen Gymnasien und deutschen Universitäten sind Kinder aus Akademikerfamilien deutlich überrepräsentiert, während Kinder aus Nichtakademikerfamilien stark unterproportional vertreten sind. Dies ist natürlich nur einer von vielen Hinweisen darauf, dass die viel beschworene Chancengleichheit oft nur ein theoretisches Konstrukt ist, welches in der Realität nur allzu oft an den Realitäten scheitert.

Vor ein paar Tagen fand ich einen Artikel auf SpOn, der sich mit so genannten Arbeiterkindern auseinandersetzt, die studiert haben. Dabei treffen diese auf viele Probleme, wie bspw. ein unzureichende Aufklärung über die Abläufe, keine Hilfestellung bei der Finanzierung des Studiums und auch die Arroganz der Kommilitonen aus vermeintlich besserem Hause. Noch vor dem Artikel bin ich vor einiger Zeit auf die Organisation Arbeiterkind gestoßen, die sich dieser Probleme annimmt und u.a. über so genannte Mentoren Hilfe für Kinder aus Nichtakademikerfamilien anbietet und nicht nur an Universitäten Präsenz zeigt, sondern auch schon in Schulen geht, um hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Eine tolle und wie ich finde, eine tolle Sache.

Spätestens beim Lesen des SpOn-Artikels habe ich auch mein eigenes Studium reflektiert. Der Artikel stellt das Studium von Arbeiterkindern als nicht enden wollenden Kampf gegen Windmühlen dar. Ich will gar nicht abstreiten, dass es solche Probleme vielfach gibt, aber wenn ich mir mein eigenes Studium anschaue, hatte ich nie das Gefühl, unter der Tatsache leiden zu müssen, dass ich aus einem Elternhaus ohne Akademiker komme. Ich habe mir da auch nie große Gedanken drüber gemacht. Klar, manchmal hat man schon neidisch auf die Kommilitonen geschaut, die finanzielle Unterstützung von der Heimatfront erhielten, aber ich hatte den Eindruck, dass viele Kommilitonen bei der ersten Hausarbeit genauso überfordert waren wie ich, völlig unabhängig vom Bildungsgrad der Eltern.

Auch musste ich mir nie dumme Sprüche ob meiner Herkunft anhören oder wurde von Mitstudenten von oben herab behandelt. Natürlich gab es auch Cliquenbildung und einige, die einen auf dicke Hose machten. Vielleicht hatte ich auch Glück, dass einige aus meinem engeren Freundeskreis auch „Arbeiterkinder“ waren. Ich glaube, dass nicht nur Arbeiterkinder darunter leiden, dass einem an der Uni herzlich wenig erklärt wird. Man bekommt ein Heftchen zum Thema wissenschaftliches Schreiben und mit ein bisschen Glück kennt man ein paar Leute aus älteren Semestern und löchert dann die. Auch bei der Finanzierung war mir klar, dass ich auf Bafög angewiesen sein würde (und am Ende mich dann selbst finanziert habe). Aber alles in allem hatte ich nie das Gefühl, höher springen zu müssen als andere oder einer der wenigen zu sein, der keinen Plan davon hat, was an der Uni so abgeht. Die Hürden, die ich im Studium meistern musste, habe ich nie großartig mit meiner Herkunft in Verbindung gebracht, ebenso wie ich die Tatsache, als „Arbeiterkind“ studiert zu haben, nie als etwas Besonderes gesehen habe. Aber das sind auch nur meine Erfahrungen und ich will auch gar nicht in Abrede stellen, dass andere in der gleichen Situation sehr negative Erfahrungen gemacht haben.

Danke fürs Gespräch

Neulich in einem Sozialen Netzwerk im Chat mit der Verwandtschaft aus Tommy-Land:

Ich: Ja, Mensch, da haben wir aber lange nichts mehr voneinander gehört. Schön, dass Du Dich meldest.

Ich: Wir geht’s Dir?

Ich: Danke, mir geht es gut.

Ich: Ja, hier ist alles super, waren gerade auf der Hochzeit meiner Schwägerin. So mit Schloß und Co., volll Prinzessin-Style.

Ich: Ja, der Liebsten geht es auch gut, danke.

Ich: Und was ist bei Dir so los?

Ich: Was? Ob ich helfen kann?

Ich: Hmm, wobei denn?

Ich: Ob wir mit Geld helfen können?

Ich: Sorry, aber das ist leider nicht drin.

Gesprächspartner geht wieder offline.

Going on a rant

Wenn einem kein richtiges Thema einfällt, kann man sich auch einfach mal auskotzen. Erstes Opfer sind meine speziellen Freunde von Sky. Diesmal habe ich keine direkten Probleme mit dem Abo oder dem Sky Kundenservice. Nur langsam komme ich mir als Bestandskunde echt mal verarscht vor. Ich verstehe ja, dass Neukunden einen Bonus oder bessere Konditionen bekommen, aber teilweise ist das echt ein Tritt in die Eier, was Sky da veranstaltet. Zum einen hat man zwischendurch echt mal das Gefühl, dass Sky alle paar Stunden ein neues Angebot auf den Markt haut. Zum anderen sind die Preisnachlässe teils unglaublich, die man als Neukunde eingeräumt bekommt. Mein Ex-Boss hat genau das gleiche Sky-Paket wie ich (Sky Welt, Sky Bundesliga, Sky Sport und HD), doch während ich 50 Euro monatlich zahle, zahlt er gerade einmal 25 Euro im Monat. Und da er das Abo bei Saturn abgeschlossen hatte, gab es noch einen 100 Euro Einkaufsgutschein obendrauf. Klar, da kann man nix machen, Marktwirtschaft und so. Dennoch habe ich beschlossen, mein Abo zu kündigen, weil ich nicht einsehe, dass die Abopreise von Neukunden so eklatant von denen der Bestandskunden abweichen. Da fühlt man sich als Melkvieh und gerade so sollte man sich als Kunde nicht fühlen, auch wenn man so vom Unternehmen gesehen wird.

Als nächster Punkt kommt unsere Bilderbestellung dran. Für unser Wohnzimmer hatten wir uns im Internet ein paar schicke Bilder ausgesucht, die wir uns rahmen lassen wollten, um es ein bißchen gemütlich zu machen. Da haben wir uns ein paar schicke Motive ausgesucht und die in einer ordentlichen Größe samt Rahmen bestellt. Am Montag waren die Bilder schon da und wir haben sie voller Vorfreude ausgepackt, nur um dann festzustellen, dass die Freude ein bißchen zu früh kam. Die Bilder waren offensichtlich nicht für die von uns ausgewählten Formate optimiert, so dass wir dreimal farbigen Pixelmatsch geliefert bekommen haben. Wenn ich als Anbieter nun Bilder/Poster in diversen zur Verfügung stehenden Größen offeriere, wäre es total toll, wenn man auch mal dazu schreiben könnte, dass die Motive für die Größe X nicht geeignet sind. Es sei denn, man steht auf 8-Bit-Kunst. Und wehe die Vögel machen Stress bei der Rücksendung.

Und dann kommen wir noch auf zwei Filme zu sprechen, die wir in letzter Zeit geguckt haben. Als erstes wäre da der Oberkracher „Haben sie schon von den Morgans gehört?“. Sarah Jessica Parker und Hugh Grant in einer völlig vorhersehbaren romantischen Komödie nach Schema F. Das Schlimmste an dem Film ist die Tatsache, dass in dem ganzen Film vielleicht zwei Gags waren, die einen Lacher wert waren. Und Hugh Grant ist auch nur noch furchtbar. Mittlerweile sieht er aus wie ein chinesischer Faltenhund, wenn er sein „Dummer-Junge-Gesicht“ auspackt. Und der zweite Film war „Eine zauberhafte Nanny“. Alter Finne, war der schlecht. Ich sage nur: Schweine beim Synchronschwimmen.

Zum Abschluss noch ein Link zu meiner Meinung über die Robert Enke-Biografie von Ronald Reng.

Twenty years later

Heute also jährt sich der Mauerfall zum zwanzigsten Mal. In den letzten Tagen und heute ist viel zur historischen Bedeutung und zum geschichtlichen Maßstab des Tages gesagt worden. Tja, da wollte ich nur sagen: Ohne Mauerfall hätte ich die tollste Frau der Welt wohl nie kennengelernt. Daher ist der Tag auch für uns was Besonderes. Danke an alle Beteiligten von damals 🙂

Na, wer sagt’s denn?

Bei der Einführung der Internetsperren gegen Kinderpornographie wurde von den Kritikern die Etablierung einer Zensur-Infrastruktur befürchtet.  Alles Quatsch hieß es. Die Sperren sind zweckgebunden und werden garantiert nicht ausgeweitet. Nun hat sich Frau von der Leyen im Interview mit dem Hamburger Abendblatt ein bißchen „verquatscht“. Das Interview kann man hier einsehen. Zentrale Aussage von unserer Zensursula:

abendblatt.de: Sie argumentieren, Grundregeln unserer Gesellschaft müssten online wie offline gelten. Warum sperren Sie dann nicht auch Internetseiten, die Nazipropaganda verbreiten oder Gewalt gegen Frauen verherrlichen?

Von der Leyen: Mir geht es jetzt um den Kampf gegen die ungehinderte Verbreitung von Bildern vergewaltigter Kinder. Der Straftatbestand Kinderpornografie ist klar abgrenzbar. Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten. Sonst droht das großar tige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann. Wo die Würde eines anderen verletzt wird, endet die eigene Freiheit. Welche Schritte für den Schutz dieser Grenzen notwendig sind, ist Teil einer unverzichtbaren Debatte, um die die Gesellschaft nicht herumkommt.

Ja, das ist doch mal schön. Also, geht es bald um mehr als nur noch Kinderpornographie. Udo Vetter nimmt sich auf seinem Lawblog der Sache an. In die gleiche Kerbe schlägt auch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), was man bei netzpolitik.org nachlesen kann.

Und als wäre das noch nicht genug, meldet sich nun Torsten Jurk, der Spitzenkandidat der SPD aus Sachsen nun auch folgendermaßen in einem Chat mit Wählern zu Wort:

Frage: Wieso schränkt die SPD die einfachsten Grundrechte durch die (wirkungslose) Internet-Zensur des Zugangserschwerungsgesetztes ein? Für mich verstößt die SPD damit gegen das Grundgesetzt!

Thomas Jurk: Hallo lieber „Pirat“. Wenn wir gegen das Grundgesetz verstossen, weil wir Pädophilen unmöglich machen kinderpornografische Bilder aus dem Internet herunterzuladen, dann nehme ich das in Kauf.

Wie gesagt, es wird immer besser. Nun ist das GG für Politiker nur noch ein Holzklotz am Bein und nicht Grundlage unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Polit-Dilemma

Das Jahr 2009 ist ein so genanntes Superwahljahr und der Höhepunkt steigt dann am 27. September mit der Bundestagswahl. Das Problem ist dabei, wen man überhaupt noch wählen will/kann/soll. Nichtwählen ist auch keine Option, aber die Parteien machen es einem auch nicht wirklich einfach.

CDU: Ah, es hätte so schön sein können für Angie Merkel. Drei Jahre lang war sie die lächelnde Kanzlerin. Probleme im Innern wurden nicht gelöst, aber man machte immerhin außenpolitisch eine gute Figur. Wahrscheinlich hatte sich Merkel schon gefreut, die Regierungszeit bis zur diesjährigen Wahl einfach auszusitzen, ohne groß in Schweiß zu kommen. Dann kam die dumme Finanzkrise und seitdem wird rumgehühnert. Die Abwrackprämie verschiebt den Crash der Automobilbauer um einige Monate. Wird sie eingestellt, sehen sich VW und Co. einem völlig übersättigten Markt gegenüber. Die Konjunkturprogramme haben nur einen garantierten Erfolg: die Erhöhung der Staatsschulden. Am Ende sind es die Steuerzahler, die zur Kasse gebeten werden.

Aber natürlich gibt es da noch mehr Spezis in den Reihen der Christdemokraten. Allen voran der Kämpfer für Bürgerrechte Wolfgang Schäuble. Wenn er könnte, würde er alle Bundesbürger in Haft nehmen, denn jeder stellt eine potentielle Gefahr dar. Auch ist sich Wolle nicht zu schade, unliebsame Verfassungsorgane zu kritisieren. Und dann haben wir ja auch die Ursula von der Leyen. Supermutter und Internetexpertin. Hat sich in meiner internen Liste von Politiklieblingen weit nach oben geschoben. Statt Kinderpornografie an der Wurzel zu bekämpfen und die Täter mit aller Härte zu verfolgen und die Opfer zu schützen, darf man sich die Sachen jetzt nicht mehr im Netz angucken. So kann man auch so tun, als tue man alles mögliche. Zudem lassen sich die Sperrlisten des BKA auch prima mit allerlei anderen unliebsamen Inhalten füllen. Dumm nur, dass die Sperren technisch völlig ineffektiv sind und leicht umgangen werden können. Die Organisation Care Child konnte mit einfachsten Mitteln die Regierung bloß stellen.

SPD: Ja, die SPD. In weiten Teilen auch nicht mehr als das Anhängsel in der Großen Koalition. Macht alles brav mit, was die CDU vorbringt. Der Wahlkampf wird mit der Ankündigung einer Reichensteuer eröffnet, die soziale Gerechtigkeit symbolisieren soll. Was dahinter steckt kann man sich hier durchlesen.  Vielleicht sollte die SPD einfach das Sozial aus dem Namen streichen, das wäre wenigstens ein Stück weit ehrlich. Schön auch, dass die SPD in ihrem Wahlprogramm die FDP einerseits als Verantwortliche für den „gescheiterten Marktradikalismus“ benennt, aber andererseits eine Ampel-Koalition zusammen mit den Grünen für möglich hält. Aber Müntefering findet das ja eh doof, dass Parteien immer an ihren Wahlkampfaussagen gemessen werden.

FDP: Der Guido ihm sein Wahlverein. Brauch man nicht drüber reden. Ein Spitzenkandidat, der sich nicht zu schade ist, ins Big Brother-Haus einzuziehen? Und ich gebe einen feuchten Scheiß drauf, wie lange das her ist. Das einzig positive an den Gelben ist der Umstand, dass sie sich immerhin gegen die Beschneidung von Bürgerrechten wehren.

Die Grünen: Nun also zu unseren „Ökos“. In meiner Wahrnehmung sind die Grünen wie die FDP eine Partei der Besserverdienenden, nur dass sie sich einen ökologischen Anstrich geben. In Hamburg geben sie den Juniorpartner (lies: Ja-Sager) für die CDU. Das alleine ist schon schlimm genug. Als erstes wurde dann auch das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg abgenickt. Vor der Wahl hatte man Moorburg noch  verhindern wollen. Naja, man hat ja auch gewisse Sachzwänge, wenn man an der Macht ist, oder?

Die Linke: Die Linke ist auch ein Beispiel dafür, dass man sich als Oppositions-Partei auch gerne mit überzogenen Forderungen aus dem Fenster lehnen darf. Unlängst macht Lafontaine mit einem Spitzensteuersatz von 80 Prozent von sich reden. Doch in Berlin, wo die Linke schon länger zusammen mit der SPD regiert, zeigt sich, dass man auch bereit ist, soziale Kürzungen mitzutragen. Streichung von Sozialtarifen bei den Verkehrsbetrieben, Privatisierung von Wohnungsgenossenschaften, usw. Auch hier zeigt sich, dass von den vollmundigen Versprechungen oft nicht viel übrig bleibt, wenn man erstmal die Hebel in der Hand hat.

Tja, und nun? Im Moment liebäugel ich mit der Piratenpartei. Die setzt sich immerhin für mehr Bürgerrechte auch und gerade im Netz ein. Das Problem daran ist, dass sie zum einen noch nicht an der Bundestagswahl teilnehmen kann, da noch eine Menge Unterschriften fehlen. Zum anderen ist die Partei programmatisch in anderen Bereichen wie Wirtschaft, Bildung oder Soziales eher schwach aufgestellt (oder sagen wir: gar nicht). Vielleicht würfel ich einfach in der Wahlurne aus, wem ich meine Stimme gebe. Oder ich stelle eine Liste mit Pro und Contra für jede Partei auf und schlucke die „kleinste Kröte“. Aus dem Bauch heraus wären das wohl die Grünen. Alles nicht einfach.

Oh, nein

Nun ist es also offiziell: Die lebende Leiche, auch bekannt als Michael Jackson geht wieder auf Tour. Ein Traum. Die arme Sau, die nach jedem Song die Einzelteile des ehemaligen „King of Pop“ von der Bühne fegen muss, um sie dann wieder mit Sekundenkleber an die richtige Stelle zu pappen.

Ansonsten komme ich bei FIFA 09 online einfach nicht klar. Von genau 100 Spielen habe ich gerade einmal 32 gewonnen. Hatte gedacht, da würde mal eine Form von Lernen einsetzen, aber letztlich mache ich immer noch die gleichen Fehler wie am Anfang. Langweilig finde ich, dass irgendwie alle Welt immer nur mit ManU, Barca oder Chelsea spielen will. Total einfallsreich. Und die kleinen miesen P****l, die immer abbrechen, wenn man mal 2:0 führt, gehen mir auch voll auf den Sack. Positiv stimmt mich, dass ich eigentlich nur selten wirklich auf die Fresse bekomme, sondern die Spiele meistens offen gestalten kann. Gut, bis ich dann den entscheidenden Fehler mache.

Gestern bin ich Onkel geworden. Meine Halbschwester Hayley aus England hat eine kleine Tochter zur Welt gebracht. Sehr schön. Noch ein Grund mehr, sich alt zu fühlen. Ab wann kann man bitte einen Zivi beantragen? Ich würde gerne einen haben wollen. Neben dem Guitar Hero Metallica. :-p

Ansonsten setze ich hiermit einen Notruf ab! Ich MUSS gerade Germany’s Next Topmodel gucken. Hilfe!!! Kann mal bitte jemand PETA anschreiben. *seufz*

Liebe Videospiele-Entwickler

So, ihr Pappnasen. Vor allem diejenigen Tröten, die in letzter Zeit Rennspiele entwickelt haben. Zu nennen sind hier Burnout Paradise, Race Driver GRID, Colin McRae DIRT oder auch Midnight Club L.A.. Also, spitzt mal die Ohren: Was ist verdammt nochmal so schwierig daran, einen lokalen Multiplayer in die Spiele zu integrieren? Warum kann ich oben genannte Games nicht zu zweit an einer Xbox 360 genießen? Gerade Rennspiele sind doch prädestiniert für einen gemeinsamen Zock auf dem heimischen Sofa. Den Gegner noch flugs in den nächsten Brückenpfeiler gerammt und so kurz vor dem Ziel noch das Rennen für sich entschieden und stundenlange Freudentänze vor dem gedemütigten Gegner.

Aber nein, lieber alles online. Bei der Xbox 360 kann ich es ja noch verstehen, dass Microsoft seine Nutzer zum kostenpflichtigen Xbox Live nötigen will. Doch auch Besitzer der PS 3 gucken ebenso in die Röhre. Ich will aber nicht online spielen. Ich habe keine Lust, mich mit verhaltensauffälligen Blagen auseinanderzusetzen, deren Vokabular nur aus Fäkalasdrücken besteht. Klar, man kann da auch mit „Freunden“ zocken, aber auch die sind ja nicht immer online. Ich will einfach ein paar Leute einladen und hier in meinem Wohnzimmer gegeneinander fahren. Kann doch echt mal nicht so schwer sein.

So ruhig hier!

Puh, das ist ja gerade noch einmal gut gegangen. Da hat doch tatsächlich die bessere Mannschaft gewonnen. Das Einzige, was mir gerade zum Glück fehlt, ist ein heulender Ballack. Aprospos, Ballack: Was für ein albernes Affentheater mit seiner angeblichen Wadenverletzung. Wen wollte das deutsche Team mit der Nummer denn bitte irritieren. Hat man ja gesehen, dass die Spanier völlig konfus waren. Ach, und dann die Nummer mit den angeblich so kleinen Spaniern. Die deutsche Kopfballstärke als Wunderwaffe der DFB-Elf. Dumm nur, dass kein deutscher Spieler in der Lage war, eine halbwegs vernünftige Flanke zu schlagen.

So, dann noch ein paar Sachen, die mir noch so während des Turniers aufgefallen sind:

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