Monat: Januar 2019

#56 – Verschwörung

Vorweg eine dicke SPOILER-Warnung!

Es ist ja zunächst einmal ziemlich verwirrend, aber ich versuche mal, Licht ins Dunkel zu bringen. Die bekannte Millennium-Trilogie von Stieg Larsson als schwedische Verfilmung u.a. ins Kino gebracht. Mir hat die Verfilmung sehr gut gefallen. Trotzdem musste Hollywood natürlich 2011 hingehen und versuchen, dass Thema noch einmal zu erzählen. Alles größer, toller und besser. Die folgenden beiden Teile der Trilogie wurden jedoch bisher noch nicht in Hollywood verfilmt, vielleicht auch, weil der erste Teil nicht der ganz große Kassenschlager wurde?

Verschwörung spielt nach der Handlung oben genannter Trilogie und stammt nicht aus der Feder von Stieg Larsson (der 2004 verstarb), sondern wurde von David Lagercrantz geschrieben, ohne den Segen der Familie Larssons und ohne sich an vorhandenen Manuskripten Larssons zu orientieren, was wohl vor allem in Schweden nicht unbedingt nur gut ankam. Verschwörung ist also der inoffizielle vierte Teil.

Kommen wir nun also zum eigentlich Film. Er beginnt mit einer Szene aus Lisbeth Salanders Kindheit, wo sie ihrem tyrannischen und sexuell übergriffigen Vater entkommt, während ihre Schwester zurückbleibt. Es folgt ein Sprung in die Gegenwart und Lisbeth „kümmert“ sich um einen bekannten Geschäftsmann, der immer wieder seine Frau verprügelt und auch mehrere Prostituierte geschlagen haben soll. Lisbeth bekommt den Auftrag, ein heikles Computerprogramm direkt von der amerikanischen NSA zu klauen, was sie natürlich locker schafft. Dieser Hack sorgt jedoch dafür, dass Lisbeth ins Visier der NSA, der schwedischen Sicherheitsbehörden sowie eines Verbrechersyndikats namens „The Spiders“ gerät.

Man hängt Lisbeth unter anderem einen Mord an, entwendet ihr das geklaute Computerprogramm und von allen Seiten wird die Jagd auf sie eröffnet. Das macht zu Beginn noch einigermaßen Spaß, doch dann betritt Lisbeths tot geglaubte Schwester als Anführerin der Spiders auf den Plan und ab da wird es ein bisschen albern, weil sie (ganz in rot gekleidet) die Karikatur eines psychopathischen Bösewichts spielt.

Dazu kommt, dass ich Claire Foy als Lisbeth Salander für keine gute Besetzung halte. Sie spielt das zwar gut, aber ich finde Noomi Rapace oder Mara Rooney sehen schon viel eher nach harter, psychisch labiler Lisbeth aus. Foy kommt mir zu sanft rüber. Dann ist das Thema Hacking auch so albern dargestellt. Vor allem wird Lisbeth auf der einen Seite als Über-Hackerin dargestellt, die schon seit Jahren von der schwedischen Polizei gesucht wird und mal eben die Server der NSA plündert, andererseits kann man die Spur des NSA-Hacks nach Stockholm zurück verfolgen. Dann hat Lisbeth tausende Sicherheitsvorkehrungen und Rückzugsorte, aber das der Junge, den sie beschützt, ein Handy hat, fällt ihr nicht auf? Damit können die Spiders das Versteck von Lisbeth mittels Triangulation ermitteln.

Leider ist Verschwörung kein besonders gelungener Film, bei dem am Ende relativ wenig zusammen passt.

Fazit: 2/5 Schachfiguren

Hier findest Du eine Übersicht aller ProjectUnlimited-Filme

#55 – Bohemian Rhapsody

Eine filmische Biografie der Band Queen (vor allem natürlich Freddie Mercury), das muss man sich natürlich anschauen. Vorweg sei gesagt, dass ich nicht der größte Queen-Fan bin und nicht allzu sehr in der Bandhistorie bewandert bin. Letztlich folgt der Film der Geschichte der Band, beginnend mit dem Einstieg von Freddie Mercury bis hin zum legendären Band Aid-Konzert im Jahr 1985. Der Fokus liegt dabei natürlich auf Freddie Mercury, der mit einem Abstand von mehreren Lichtjahren die schillernste Figur des Quartetts ist. Bohemian Rhapsody zeigt Freddies Konflikte mit seinen Eltern (vor allem dem Vater), seinen Einstieg in die homosexuelle Partyszene bis hin zur HIV-Diagnose.


In einigen Kritiken las ich, dass bspw. Freddies Zwist mit seinen Eltern oder seine Exzesse zu kurz kommen würden. Mag sein, aber letztlich ist nun einmal ein Kinofilm, der wohl kaum als 5-stündiges Marathonwerk angelegt sein dürfte. Darüber hinaus monierten einige Kritiker, die restlichen drei Bandmitglieder würden zuviel Raum im Film einnehmen, obwohl die doch recht langweilig sind. Ich fand das nicht wirklich störend, denn der Fokus liegt ganz klar auf Freddie. Und da mindestens Brian May in die Produktion involviert war und man im Film auch die Originalmusik haben wollte, kann ich mir vorstellen, dass dies auch eine Rolle dabei spielte, den Film nicht ausschließlich über Freddie Mercury zu machen.

Hervorzuheben ist im Film vor allem die Performance von Rami Malek (bekannt u.a. aus Mr. Robot), der Freddie Mercury wirklich überzeugend spielt. Vor allem beim abschließenden Live Aid-Auftritt kann man der Illusion erliegen, Freddie würde dort tatsächlich auf der Bühne stehen. Insgesamt ein schöner Musikfilm, der Spaß macht.

Fazit: 4/5 Telefone

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