Vorweg eine dicke SPOILER-Warnung!

Es ist ja zunächst einmal ziemlich verwirrend, aber ich versuche mal, Licht ins Dunkel zu bringen. Die bekannte Millennium-Trilogie von Stieg Larsson als schwedische Verfilmung u.a. ins Kino gebracht. Mir hat die Verfilmung sehr gut gefallen. Trotzdem musste Hollywood natürlich 2011 hingehen und versuchen, dass Thema noch einmal zu erzählen. Alles größer, toller und besser. Die folgenden beiden Teile der Trilogie wurden jedoch bisher noch nicht in Hollywood verfilmt, vielleicht auch, weil der erste Teil nicht der ganz große Kassenschlager wurde?

Verschwörung spielt nach der Handlung oben genannter Trilogie und stammt nicht aus der Feder von Stieg Larsson (der 2004 verstarb), sondern wurde von David Lagercrantz geschrieben, ohne den Segen der Familie Larssons und ohne sich an vorhandenen Manuskripten Larssons zu orientieren, was wohl vor allem in Schweden nicht unbedingt nur gut ankam. Verschwörung ist also der inoffizielle vierte Teil.

Kommen wir nun also zum eigentlich Film. Er beginnt mit einer Szene aus Lisbeth Salanders Kindheit, wo sie ihrem tyrannischen und sexuell übergriffigen Vater entkommt, während ihre Schwester zurückbleibt. Es folgt ein Sprung in die Gegenwart und Lisbeth „kümmert“ sich um einen bekannten Geschäftsmann, der immer wieder seine Frau verprügelt und auch mehrere Prostituierte geschlagen haben soll. Lisbeth bekommt den Auftrag, ein heikles Computerprogramm direkt von der amerikanischen NSA zu klauen, was sie natürlich locker schafft. Dieser Hack sorgt jedoch dafür, dass Lisbeth ins Visier der NSA, der schwedischen Sicherheitsbehörden sowie eines Verbrechersyndikats namens „The Spiders“ gerät.

Man hängt Lisbeth unter anderem einen Mord an, entwendet ihr das geklaute Computerprogramm und von allen Seiten wird die Jagd auf sie eröffnet. Das macht zu Beginn noch einigermaßen Spaß, doch dann betritt Lisbeths tot geglaubte Schwester als Anführerin der Spiders auf den Plan und ab da wird es ein bisschen albern, weil sie (ganz in rot gekleidet) die Karikatur eines psychopathischen Bösewichts spielt.

Dazu kommt, dass ich Claire Foy als Lisbeth Salander für keine gute Besetzung halte. Sie spielt das zwar gut, aber ich finde Noomi Rapace oder Mara Rooney sehen schon viel eher nach harter, psychisch labiler Lisbeth aus. Foy kommt mir zu sanft rüber. Dann ist das Thema Hacking auch so albern dargestellt. Vor allem wird Lisbeth auf der einen Seite als Über-Hackerin dargestellt, die schon seit Jahren von der schwedischen Polizei gesucht wird und mal eben die Server der NSA plündert, andererseits kann man die Spur des NSA-Hacks nach Stockholm zurück verfolgen. Dann hat Lisbeth tausende Sicherheitsvorkehrungen und Rückzugsorte, aber das der Junge, den sie beschützt, ein Handy hat, fällt ihr nicht auf? Damit können die Spiders das Versteck von Lisbeth mittels Triangulation ermitteln.

Leider ist Verschwörung kein besonders gelungener Film, bei dem am Ende relativ wenig zusammen passt.

Fazit: 2/5 Schachfiguren

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