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USA-Trip – Teil I – San Francisco

Im letzten Jahr ist sehr viel passiert: meine Ausbildung zum Fachwirt Online Marketing, einen neuen Job angenommen und vor allem die Reise in die USA, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Aus unserem 26-seitigen Reisetagebuch, welches wir auf Empfehlung einer Kollegin erstellt haben, werde ich mal eine kleine Serie über die Reise erstellen. Dabei werde ich nicht alles berücksichtigen, keine Bange.

Abreise (Tag 1):

Mit dem Zug von Lüneburg nach Frankfurt. Da dann eine halbe Weltreise zum Gate inklusive Security-Kuscheln. In der 747 fiel dann leider das Entertainment-System aus, so dass man leider das reichhaltige Filmangebot nicht nutzen konnte. Nach knapp 11 Stunden in der Blechbüchse dann Ankunft in San Francisco bei bestem Wetter. Mit dem Zug sind wir dann in die Stadt rein gefahren und von der Haltestelle eine knapp Viertelstunde zum Hotel gefahren. Das Hotel war ein klares „Geht so!“, aber wir wollten ja auch nicht im Hotelzimmer die Tage verbringen. Nach dem Einchecken haben wir noch einen kleinen ersten Spaziergang rund um den Union Square gemacht.

San Francisco (Tag 2-4): 

Das Hotel-Frühstück bestand aus Labber-Toast, Marmelade und Muffins. Nach der Stärkung haben wir uns dann auf Erkundungstour durch SF gemacht. Das Wetter war total geil. Sonne, um die zwanzig Grad und immer eine frische Pazifik-Brise. Nice! Am ersten Tag haben wir die ersten Touri-Hotspots mitgenommen, wie bspw. der Fishermans Wharf, die Golden Gate Bridge (beim ersten Versuch im totalen Nebel), Golden Gate Park, Alamo Square mit der Postcard Row sowie die Lombard Street. Schon am ersten Tag musste man anerkennen, dass die Straßen wirklich sehr steil sein können (Top-Wert: mehr als 30%). Der erste Tag diente auch dazu, das erste Mal einen amerikanischen Supermarkt von innen zu inspizieren. Man merkt dann doch sehr schnell, welch niedrige Preise für Lebensmittel wie Wurst, Käse oder auch Obst und Gemüse wir hierzulande haben. Am ersten Tag haben wir auch noch Chinatown mitgenommen. Wow, obwohl nur ein kleiner Bezirk innerhalb der Stadt kommt man sich innerhalb von einigen Schritten vor wie in einer komplett anderen Welt. Anschließend durfte Papa dann in den Niketown. Geilo. Nachdem ich dort stundenlang Sachen bestaunt habe, sind wir vorerst ins Hotel, um abends noch ein bisschen durch die Gegend zu spazieren und Fotos von bspw. der Bay Bridge zu machen.

Postcard Row mit Skyline von San Francisco

Postcard Row mit Skyline von San Francisco

Am zweiten Tag wieder lecker Frühstück und weiter die Touri-Route entlang. Heute standen u.a. der Coit Tower, der Fishermans Wharf (diesmal auch mit geöffneten Geschäften, da wir am ersten Tag um halb neun Uhr morgens da waren). Nach der Erkundung der Shops am Fishermans Wharf sind wir mit der Fähre rüber nach Sausalitos, einem kleinen Ort auf der anderen Seite der Golden Gate Bridge. Hier haben wir zwei Stunden lang den Hafen bestaunt und die kleinen Geschäfte an der Hauptstraße inspiziert. Wieder in San Francisco angekommen,  hatten wir den Fokus ein bisschen mehr auf Shops verlagert und waren u.a. im Macy’s und der Westfield Mall. Zum Abend hin haben wir dann auch die berühmten Cable Cars mal in Beschlag genommen. Tagsüber waren schier endlose Schlangen an den Endhaltestellen (was ein Zusteigen während der Fahrt erschwerte), doch so ab sechs, sieben Uhr abends wurde es deutlich leerer und so konnten wir die Fahrt auf wirklich geilen Plätzen genießen. Irgendwann stieg ein (wahrscheinlich tschechisches) Paar zu und stellte sich genau vor mich auf diese außen angebrachten Tritte. Das war zwar ein bisschen nervig, aber in der einsetzenden Dunkelheit durch die hügeligen Straßen von SF zu pflügen war nichtsdestotrotz richtig geil.

Leeres Cablecar

Leeres Cablecar

Am dritten und letzten kompletten Tag in SF haben wir uns erstmal auf den Weg zum Golden Gate Park gemacht, um uns dort den japanischen Teegarten anzuschauen. Der war richtig nett anzuschauen. Nach dem Teegarten hatten wir die Spitzenidee, durch den Park zum Pazifik zu laufen. Dazu mussten wir einmal durch den kompletten Park. Ja, die Dimensionen hatten wir dabei ein wenig unterschätzt, zumal der Park eher auf die Durchquerung per Auto als per pedes ausgelegt ist. Nach quälend langen zwei Stunden waren wir dann am Pazifik, wo am Strand irgendwie gebaut wurde. Ein Traum. Dazu noch der graue Himmel und das graue Wasser und die Belohnung für die Qualen fiel dann deutlich kleiner aus als erhofft. Anschließend sind wir Richtung Haight Ashbury gefahren, dem bekannten Hippie-Viertel. Heutzutage ist das Hippie-Thema allenfalls Folklore für die ganzen Bong-Shops und kleinen Designer-Boutiquen. Nach Haight Ashbury ging es weiter nach Castro, dem Schwulen- und Lesbenviertel von SF. Da wir nach drei Tagen Dauer-Sightseeings etwas platt waren, haben wir hier nur kurz Halt gemacht. Wir sind wieder zurück in die City gefahren, haben in der Westfield Mall gespeist und ich habe dann in einem Sportladen endlich NBA-Merchandise gefunden. Gut, die Angestellte zuckte bei der Frage nach Dirk Nowitzki nur mit den Achseln, bei der Nennung der Dallas Mavericks zeigte sie mir die Shirts der Dallas Cowboys, aber egal. Letztlich habe ich mich für ein Derrick Rose-Shirt entschieden und beim Anstellen die Arschkarte gezogen. Vor mir ein zwei Meter großer Schrank von einem Mann inklusive seinem Homie. Beide voll bepackt mit Shirts, Shorts, Caps und Schuhen. Insgesamt knapp 1.500 Dollar, natürlich bar bezahlt. Danach war ich dann dran, mit meinem kleinen, mickrigen T-Shirt. Offensichtlich war der Großeinkäufer vor mir ein Spieler der 49ers, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Aha, erste Promi-Sichtung von wem auch immer.

Die Golden Gate Bridge bei strahlendem Sonnenschein

Die Golden Gate Bridge

Die letzte Nacht in SF wurde dann noch unsanft unterbrochen, als die Frau von „My stomach! My stomach!“-Schreien geweckt wurde. Ich habe dank Ohropax davon nichts mitbekommen. Wenig später war die Straße durch die Polizei abgeriegelt und Rettungskräfte kümmerten sich um den Verletzten. Am nächsten Morgen meinte der Herr an unserer Rezeption, dass wohl jemand angeschossen/niedergestochen wurde. Genau der richtig Zeitpunkt, um die Biege zu machen.

Die Reiseberichte:

Teil I – San Francisco
Teil II – Yosemite und Pacific Highway
Teil III – Las Vegas und Flagstaff
Teil IV – Grand Canyon, Sedona, Kingman
Teil V – Los Angeles
Teil VI – New York I
Teil VII – New York II

Three Lions in Africa – Part I

Nach dem gestrigen WM-Auftakt der englischen Nationalmannschaft könnte man es sich sehr einfach machen und alle Schuld auf den unglückseligen Keeper Robert Green laden. Natürlich ist sein Patzer peinlich und reiht sich nahtlos ein in die Serie an Flops, die englische Keeper in den letzten Jahren immer wieder produzieren. Doch dann nimmt man die 10 anderen Spieler auf dem Platz aus ihrer Verantwortung. Und die haben im Spiel gerade einmal zwei, drei gute Chancen herausspielen können.

Eigentlich war die Stimmung vor der WM gut im englischen Lager. Man hatte eine souveräne Qualifikation gespielt und immerhin auch die Kroaten locker hinter sich gelassen. Und auch wenn ich die Einschätzung einiger englischer Medien nicht teile, dass England Mitfavorit ist, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die Mannschaft eine gute Rolle spielen würde. Der Hauptgrund für meinen Optimismus sitzt auf der Bank und kommt aus Italien. Der englische Coach Fabio Capello hat die Mannschaft im Griff und aus ihr zumindest in der Quali eine taktisch disziplinierte Einheit geformt. Darüber hinaus machte er nicht den Eindruck, dass er sich von seinen Spielern auf der Nase rumtanzen lässt. Seine Vorgänger Sven-Göran Eriksson und Steve McClaren wirkten diesbezüglich nicht immer souverän.

Und das gestrige Spiel fing ja aus englischer Sicht gut an. Schon in der vierten Minute legt Heskey auf Gerrard ab, der in den Strafraum zieht und den Ball an Tim Howard vorbeilegt. Danach jedoch sah man wirklich italienische Züge im Spiel der Three Lions: die Mannschaft überließ die Initiative den Amerikanern und versuchte früh, das Ergebnis zu verwalten. Das klappte bis zur 40. Minute auch ganz gut, bis sich Rob Green einen harmlosen Schuß von Clint Dempsey einfach mal selbst reinlegte. Danach hatten die Engländer noch 50 Minuten Zeit, den Fauxpas des Keepers auszubügeln, doch spielerisch und taktisch war das ein Offenbarungseid. Hinzu kommt ein beschämender Mangel an Einsatz und Leidenschaft. Nur einen möchte ich von der Kritik ausnehmen: Wayne Rooney. Der Mann ist gelaufen, hat gerackert und war mit fortlaufender Spieldauer fast überall auf dem Platz zu finden. Doch einer alleine kann es auch nicht richten.

Enttäuschend ist dies vor allem, wenn man sich anschaut, dass bspw. im Mittelfeld Frank Lampard und Steven Gerrard ihre Kreise ziehen. In ihren Vereinen sind beide absolute Stars und Führungsspieler. Lampard hat als Mittelfeldspieler für den FC Chelsea 22 Tore in der abgelaufenen Saison erzielt. Man hätte also von einem der beiden gestern ruhig mal erwarten können, dass er das Spiel an sich reißt und mit gutem Beispiel vorangeht. Aber Pustekuchen! In den letzten Jahren konnte die englische Nationalmannschaft eigentlich nie die Erwartungen erfüllen, die man in sie gesetzt hatte. Von der EM 2004 einmal abgesehen, war das vor allem spielerisch immer mehr als fraglich. Oftmals wirkt das Team völlig gehemmt und Top-Stars bleiben regelmäßig unter ihren Möglichkeiten.

Wenn es spielerisch nicht läuft, sollte man sich auf klassisch britische Tugenden verlassen können: Kämpfen, ackern, laufen. Doch oft wirken Spiele der englischen Nationalmannschaft bei großen Turnieren eher wie Stehgeigerkonzerte. Dabei zeigte die deutsche Nationalmannschaft in den Jahren 2002 und 2006, wie man weit kommt, wenn man auf Teamgeist zurückgreift und als Mannschaft geschlossen auftritt. Es ist jetzt an Fabio Capello, die Mannschaft aufzurütteln und ihr das nötige Leben einzuhauchen. Weder Slowenien noch Algerien sind Gegner, vor denen man sich in die Hose machen muss, doch mit solch einem Auftreten wie im ersten Gruppenspiel wird es schwer werden.

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