Es hat ja seine schönen Seiten in einem eher dörflichen Stadtteil Bremens zu wohnen. Alles ist überschaubar, es ist ruhiger und alles ist schnell erreichbar. Doch manchmal kann man auch den Kopf schütteln. Am letzten Wochenende wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag in den Schreibwarenladen gegenüber eingebrochen. Die Alarmanlage kam ihrem Job nach und jaulte rum. Es dauerte gut eine halbe Stunde, bis sie abgeschaltet wurde, da lange Zeit nicht klar war, ob die Einbrecher auch abgehauen waren oder sich noch im Laden versteckten. Um diese entscheidende Frage zu klären, musste ein Spürhund rangeschafft werden.

Irgendwann war dann klar, dass die Einbrecher weggerannt waren und keine Gefahr mehr drohte und dann wurde auch die Alarmanlage deaktiviert. Vor ein paar Tagen war ich im Schreibwarenladen, weil ich noch was erledigen musste und hab die Besitzerin gefragt, ob die Täter schon gefasst wurden. Bisher wohl noch nicht und wir haben noch ein bißchen geschnackt. Dabei erzählte sie mir, dass sie sich teils wüste Beschimpfungen anhören musste, weil die Alarmanlage so lange an war. Und zu allem Überfluss der Spürhund bellte. Irgendwie macht mich sowas sprachlos. Klar, ich war auch nicht begeistert, dass nachts um halb drei eine halbe Stunde lang die Alarmanlage ihr schrilles Lied von sich gibt, aber sich darüber zu beschweren? Wow, manche Leute haben echt mal kein Taktgefühl. Aber sich selbst dann stundenlang darüber aufregen können, wenn man dem geliebten Gartenzwerg einen Kratzer verpasst. Diese Engstirnigkeit und dieses beschränkte Denken kann einen ganz schön auf die Palme bringen.