Autor: Stephen Seite 30 von 36

Ohne England fahren wir zur EM!!

Tja, seit gestern ist es offiziell: die englische Fußball-Nationalmannschaft ist scheiße. Im „Do or Die“-Spiel gegen die Kroaten hat man sich im eigenen Wembley-Stadion 2:3 schlagen lassen. Ich habe nur eine Zusammenfassung gesehen, aber mehr konnte ich auch nicht ertragen. Doch die nötigen Punkte für die Qualifikation haben die Engländer schon vorher liegen lassen. Wenn man zuhause nicht über ein 0:0 gegen Mazedonien hinauskommt oder auch in Russland eine 1:0 -Führung wieder aus der Hand gibt, dann sind das deutlich Zeichen dafür, dass England nicht die nötige Klasse hat, um an der EM-Endrunde teilzunehmen. Nun ergeben sich zwei Fragen: Was machen die Engländer jetzt? und Wen soll ich bloß unterstützen im nächsten Jahr?

Zu Frage eins: Ich hoffe die Engländer ziehen einen „Klinsmann“ ab. Das heißt, sie installieren einen Trainer, der willens ist, die alten Strukturen aufzubrechen und eine Vision für einen neuen Fußball hat. Ich glaube eigentlich nicht, dass die Engländer schlechtere Spieler als die Deutschen haben, nur haben die Deutschen unter Klinsmann/Löw eine Spielphilosophie entwickelt und verinnerlicht, die aus jedem das Optimum herausholt und die (bis zu einem gewissen Punkt) auch den Ausfall von Spielern kompensieren kann. Das System steht im Vordergrund: schnelles, direktes Spiel bei dem alle Spieler in Bewegung sind und der Ball möglichst flach gespielt wird. In England scheint der Fußball einfach in einer anderen Zeit stehengeblieben zu sein. Schon nach kurzer Zeit versucht man den Ball hoch und lang zu spielen. Sehr schön. Mag ja sein, dass man damit den Fußball in seinen Anfängen dominieren konnte, aber heute ist das nicht mehr zu gebrauchen. Auch sollte der neue Übungsleiter sich nicht um große Namen kümmern und einfach Beckham absägen und die unglückliche Mittelfeldpaarung Gerrard/Lampard zugunsten eines funktionierenden Mittelfelds opfern. Man darf gespannt sein, was da kommt.

So, kommen wir zur zweiten Frage. Wen soll ich also nun unterstützen? Ich glaube, ich bin für die Ösis. Der wahrscheinlich schlechteste Ausrichter eines großen Turniers aller Zeiten kann jeden Fan gebrauchen. Hätte man die EM nicht in das Land von Mozart und Hitler, äh, äh, Andi Herzog vergeben, würden die sich auch in 50 Jahren nicht für ein großes Turnier qualifizieren können. Laut Fifa-Weltrangliste steht Österreich hinter Simbabwe, Katar, Benin und anderen Fußballgroßmächten auf Platz 88. Immerhin noch vor den Chinesen und Guayana. Respekt maximum! Leider gibt es ja einige Querköpfe da unten, die ihr Land am liebsten zum Rücktritt von der EM bewegen wollen. So nicht, meine Damen und Herren. Da müssen wir jetzt durch. Werde mir dann jetzt mal den Text der österreichischen Nationalhymne besorgen, man will da ja auch mitsingen können.

Und hier noch ein kleiner Partytipp fürs Wochenende. Die Schotten setzen wieder Maßstäbe und führen das Urinal-Surfen ein. Woohoo!

Eine kleine Begebenheit…

Also, eine Geschichte zum Umzug habe ich noch ganz vergessen. Ich habe mir gerade was aus dem Umzugswagen geschnappt und trage es Richtung Hauseingang. Ich sehe, das jemand die Treppe runterkommt und zu den Briefkästen geht. Ich war ein wenig erstaunt, denn der „junge“ Mann trug Sandalen ohne Socken und obenrum eine Lederjacke, die die Oberschenkel knapp bedeckte. Er schaute also in den Briefkasten und ging wieder die Treppe rauf. Es war wie bei einem Unfall, wo man schon kurz vorher ahnt, dass sich was Schlimmes anbahnt, man den Blick aber nicht abwenden kann. Nach ein paar Stufen war es so weit und meine Ahnung, er könnte unter der Jacke nackt sein, wurde bestätigt. Denn desto höher er die Treppen stieg, desto mehr wurde der Blick auf seine baumelnden Eier frei. Ja, nee, is richtig. Die Nudel hat man nicht gesehen, war wohl zu kalt. Danke, da war mir der Appetit auch gepflegt vergangen. Als ich das nächste Mal vor dem Hauseingang stand, habe ich nach dem Schild „Wohnheim für Exhibitionisten“ gesucht, aber nix gefunden. Tja, andere Städte, andere Sitten. Werde jetzt in Bremen auch öfter mal was baumeln lassen.

Service, die Zweite…

Wo wir gerade beim Thema Service waren, hier noch ein Lehrstück aus der Abteilung Service. Der Kühlschrank in unserer Wohnung ist kaputtgegangen. Und jetzt ist das zwei Wochen her und ich weiß immer noch nicht, was los ist.

Freitag, den 02.11.: Schon Donnerstagabend macht der Kühlschrank komische Geräusche. Da er in der Einbauküche verbaut ist, kann ich nicht einfach nachschauen, was Sache ist. Also, ziehe ich mangels Alternativen einmal den Stecker raus und drück ihn wieder rein. Danach ist Ruhe. Als ich dann Freitag nach Arbeit wieder zu Hause bin, will ich mir eine Pizza machen und als ich sie aus dem Tiefkühler zieh, knickt sie einfach weg. Aufgetaut, das gute Stück, wie der ganze Rest.

Montag, den 05.11.: Erst heute kann ich den Hausmeister anrufen, der mich aber an die Wohnungsverwaltung weiterleitet. Die gute Dame, die für unser Haus zuständig ist, ist leider nur Dienstag bis Donnerstag im Büro. Übers Wochenende fast alles aus dem Kühlschrank weggeworfen, weil es leider verdorben/aufgetaut war.

Dienstag, den 06.11.: Die Sachbearbeiterin erreicht und ihr das Problem geschildert. Sie notiert sich meine Nummer und will einen Elektriker mit der Sache beauftragen.

Mittwoch, den 07.11.: Der Elektriker ruft an und vereinbart einen Termin. Nachmittags kommt er vorbei und kommt zu dem Schluss, dass der Motor im Eimer ist, eine Reparatur sich nicht lohnt und wir einen neuen bräuchten.

Dienstag, den 13.11.: Wieder rufe ich die Sachbearbeiterin an. Hatte schon Donnerstag davor es versucht, aber sie nicht mehr im Büro erreicht. Sie meinte, sie sei den ersten Tag wieder im Büro und müsste erstmal die ganzen Sachen ordnen, würde sich aber bei mir melden. Tut sie aber nicht mehr. Als ich spätnachmittags nochmal anrufen will, bekomme ich niemanden ans Rohr.

Mittwoch, den 14.11.: Eine zweite Elektrikerfirma ruft an und macht einen Termin. Der Techniker kommt nachmittags und diagnostiziert das gleiche Problem wie der Erste. Der Motor ist kaputt und eine Reparatur ist zu teuer.

Donnerstag, den 15.11.: Leider schaffe ich es erst halb fünf, die Sachbearbeiterin anzurufen. Keiner mehr da. Alles klar. Schlechte Laune steigt.

Freitag, den 16.11.: Rufe jetzt einfach unseren Vermieter an. Da habe ich eine nette junge Dame an der Strippe, die mir zuhört und mich bedauert, aber mir auch am Ende mitteilt, dass sie da nichts machen kann, da sie nur für die Vermittlung und die Vermietung an sich zuständig ist. Die Verwaltung obliegt einzig oben angesprochener Sachbearbeiterin, die leider nur von Dienstag bis Donnerstags im Büro ist. Aber ich werde darauf hingewiesen, dass es ja kalt sei und wenigstens nicht alles vergammelt, wenn man es auf dem Balkon lagern muss. Nee, is klar.

EDIT: Dienstag, 20.11.: So, heute mal wieder die Sachbearbeiterin angerufen. Und endlich scheint Bewegung in der Sache zu sein. Der Elektriker ist beauftragt und die Hoffnung, irgendwann noch einmal einen funktionierenden Kühlschrank sein eigen nennen zu dürfen, lebt wieder auf.

So sieht das aus. Ich erwarte ja nicht, dass wir nach nur einem Tag einen neuen Kühlschrank bekommen. Aber was nervt ist die Tatsache, dass ich keinerlei Feedback bekomme, was jetzt ist. Bekommen wir einen neuen, schicken die noch einen dritten Techniker? Wieso ruft die Sachbearbeiterin nicht mal zurück, wie sie es angekündigt hatte? Jetzt gehe ich raus und haue noch jemanden.

Service…

Okay, am letzten Mittwoch habe ich mich bereit erklärt, für die Süße die Wohnung zu hüten, da sich der Telekom-Techniker angekündigt hatte, um den neuen Telefonanaschluss freizuschalten. Wie das bei vernünftig arbeitenden Service-Unternehmen ist, bekommt man hier die Aussage „Wir kommen von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr“ an den Latz geknallt, ohne dass diese Aussage dann noch einmal näher eingegrenzt wird. Also sind wir um halb acht aufgestanden und nachdem die Süße zum Arbeiten gefahren war, habe ich einfach mal gewartet. Bis halb fünf habe ich da gesessen und mir sogar das Kacken abgeklemmt, aus Angst, der Vogel könnte klingeln und wenn ich dann nicht einfach an die Tür stürmen würde, wäre er auch schon wieder weg. Natürlich kam niemand.

Um halb fünf dann mal die Hansenet Hotline angerufen, um die Sache mal zu eskalieren. Nachdem ich mein Leid geklagt hatte, kam irgendwann die Frage nach dem Passwort meiner Süßen. Das konnte ich nicht aufsagen und da war dann das Gespräch in einer Sackgasse und ich habe aufgelegt. Die Süße dann informiert und dann hat sie ihr Leiden dort vorgetragen. Dort entgegnete man ihr: „Da kann man leider nichts machen, ich kann ihnen nur einen neuen Termin anbieten“. Alles klar. Als die Süße von der Arbeit zurückkam, haben wir nochmal bei Hansenet angerufen. Nochmal die ganze Geschichte aufgesagt. Wieder der Hinweis, man könnte einen neuen Termin anbieten. Das ist aber schlecht möglich, denn in der Probezeit bekommt die Süße nicht frei und außerdem will sie nicht einen Tag freinehmen, um dann wieder verarscht zu werden. Andere Lösungsvorschläge wurden nicht angeboten, stattdessen immer wieder die Info: „Die Techniker kommen zwischen 08:00 Uhr und 16:00 Uhr.“

Irgendwann war der junge Mann an der Strippe dann wohl reichlich am Ende mit seinem Latein und auf einmal landete die Süße in der Warteschleife und hatte wenig später noch einen weiteren „Kundenbetreuer“ am Rohr. *seufz* Ihm also auch die ganze Story aufgetischt. Schön war jedes Mal, dass sie ein persönliches Kennwort hören wollten, welches die Süße nicht mehr aufsagen konnte. Dann musste sie ihren Namen und ihren Geburtstag aufsagen und manchmal ihre Kontodaten, und dann ging es doch irgendwie. Als sie dann mal fragte, ob sie mal ihr Passwort erfahren dürfte, nachdem sie alle Daten ihres Accounts aufgesagt hatte, hieß es: „Nein, das können wir machen“. Wat? Gut, also hatten wir wieder jemanden Neues an der Strippe, der uns dann auf einmal sagte, der Techniker hätte um kurz vor drei den Anschluß freigeschaltet, aber es fehlt dazu noch die Rückmeldung. Alles klar, dann muss er sich ja in die Wohnung gebeamt haben und ich habe es nicht mitbekommen. Da diese ominöse Rückmeldung fehlte, konnte er auch nicht garantieren, dass der Anschluß funktionieren würde. Okay, also alles angeschlossen, wofür man noch einen Adapter brauchte, da in der Wohnung keine normale TAE-Dose war und: nichts, nada, rien, nothing, am Arsch!

  • So, soweit der Stand bisher. Einige Dinge, die mich fuchsig machen. Wieso kann erst der vierte Typ uns sagen, dass der Anschluss angeblich freigeschaltet wurde? Was haben die anderen gesehen in ihrem System?
  • Dann finde ich es eine Unverschämtheit, dass Hansenet einfach sagen kann: „Das passiert halt, da kann man nichts machen. Wir können ihnen einen neuen Termin anbieten“? Ich bin aus Lüneburg nach Bremen gefahren, habe auf einen Tag Arbeit verzichtet. Hinzu kommen die Kosten für das Telefonieren mit der Service-Hotline, was man ja per Handy machen musste. Hansenet muss doch Vereinbarungen mit der Telekom haben, für diese Freischaltung der Anschlüsse. Wieso kann man da niemanden für belangen, wenn die einfach nicht kommen? Und ich bin mir sicher, dass das gezieltes Mobbing von Hansenet-Kunden ist, auch wenn man es nicht beweisen kann.
  • Warum können die Techniker nur zwischen 08:00 Uhr und 16:00 Uhr kommen? Ist das ein Service für Arbeitslose, Hausfrauen und Studenten? Ich kenne Leute, die mussten sich zwei Tage von ihrem Jahresurlaub nehmen, weil der Techniker beim ersten Termin nicht kam. Auch hierfür gibt es von Seiten Hansenets höchstens ein „Es tut uns leid“. Es muss doch möglich sein, einen Service abends oder Samstags anzurufen. Oder dass man eine Stunde bevor der Techniker kommt, eine Benachrichtigung erhält, denn dann kann man ja mal kurz nach Hause fahren. Aber wäre ja auch zu einfach.
  • Wie kann der Techniker im System vermerken, dass der Anschluss freigeschaltet wurde, obwohl er das offensichtlich nicht ist? Und wieso muss ich das nirgends abzeichnen, dass er da war. Stattdessen wird behauptet, der Techniker war da und dann steht Aussage gegen Aussage.

Tja, man muss sich wohl damit abfinden, als zahlender Kunde wie ein Stück Dreck behandelt zu werden. So, ich gehe jetzt jemanden hauen.

Zum Kotzen

Okay, ich habe mir also das Spiel Lazio Rom gegen Werder Bremen in der Champions League angeschaut. Einfach zum Kotzen. Bremen musste das Spiel gewinnen, um noch eine Chance auf ein Weiterkommen zu haben. Aber was war das bitte für ein beschissener Auftritt.

Lazio hat in der Liga gerade massive Probleme, also waren die Jungs auch nicht voller Selbstvertrauen. Aber das muss man ja nicht ausnutzen. Vielleicht mal mit Energie und Einsatz reingehen und den Römern den Schneid abkaufen? Ach Quatsch, lieber scheiße spielen und die Italiener gleich nach wenigen Minuten zu ersten Torschussübungen einladen. Ich hätte in die Tischplatte beißen können. Das Aufbauspiel der Grün-Weißen bestand eigentlich aus langen Bällen, vorzugsweise aus der eigenen Hälfte. Gut, es gab Zeiten, da nannte man das Kick and Rush und die Briten konnten damit den Fußball dominieren. Aber diese Zeiten sind lange vorbei, denn seitdem hat der Kaiser abgedankt, die Briten haben das Empire verloren und wir haben den Osten wieder eingemeindet. Heutzutage ist das hilflos und kein Mittel, um die Römer unter Druck zu setzen.

Zur Halbzeit steht es noch 0:0 und damit ist Bremen gut bedient. Leider hat sich Baumann nach einem Fußtritt ins Gesicht wohl die Nase gebrochen und füllt damit die Verletztenliste wieder auf. In der 56. Minute kommt ein steiler Pass in den Strafraum der Bremer, Naldo bedrängt Meghni ziemlich ungeschickt und verursacht einen Elfer. Finde nicht, dass man den hätte geben müssen, aber Naldo hätte sich vielleicht auch ein bißchen geschickter anstellen können. Den Elfer versenkt Rocchi im Nachschuß. Danach versucht Bremen Druck zu machen, spielt also noch mehr hohe Bälle. In der 69. kassieren die Bremer das 0:2, nachdem eine Flanke aus dem Mittelfeld genau zwischen zwei Verteidigern landet und der eine davon, Naldo, wie ein lahmes Pferd seinen Gegner verfolgt. Danach war der Drops irgendwie gelutscht. Das Tor durch den Elfmeter von Diego habe ich nicht mehr gesehen, ich war zu genervt.

Am Ende muss man sagen, dass man mit der Einstellung und Spielweise nichts in der Champions League zu suchen hat. Genau wie gegen Piräus, wo man den Griechen den ersten Auswärtssieg in über 30 Europapokalspielen ermöglichte, waren die Bremer auch diesmal ein dankbarer Gegner für einen angeschlagenen Gegner. Einfach ein bißchen über den Platz traben und hoffen, dass der Gegner sich einfach so ergibt, mag vielleicht gegen eine F-Jugend Mannschaft klappen, aber nicht in der europäischen Spitzenklasse.  Und komme mir keiner mit den Verletzten. Da stehen immer noch genügend Nationalspieler auf dem Platz und vor allem können auch die mal anfangen zu rennen und zu kämpfen. Das einzig Gute an dem Abend ist die Tatsache, dass sich die Fans von Besiktas Istanbul noch mieser fühlen, nach einer 0:8 Packung-Abreibung-Vernichtung durch den FC Liverpool.

Und falls jemand mir was Gutes tun will: Ich will Premiere!

Verarscht

Also, letzten Freitag bin ich mit einem Arbeitskollegen in der Mittagspause in ein asiatisches Bistro, um ein bißchen das angepriesene Büffet abzuernten. Rein in den Laden und dann die Entscheidung zwischen großem und kleinem Teller. Kurzes Fragezeichen in meinem Gesicht, aber egal, nehmen wir den großen.

Dann ran ans Büffet und erstmal einen leichten Einstieg finden. Ein paar Frühlingsrollen, ein bißchen Reis und frittiertes Huhn. War okay. Kein wirklicher Brüller, aber immerhin wurde mir nicht sofort schlecht. Okay, dann nochmal ran an die Theke. Hatten auch fleißig die leeren Sachen aufgefüllt. Als ich mir gerade eine Runde Reis auf den Teller schmiss, kam auch gleich eine freundliche Bedienung an, um mich darauf hinzuweisen, dass man sich den Teller nur einmal voll machen durfte. Als ich mich auf das Büffet berief, bekam ich nur ein Lächeln und ungefähr achtmal den Hinweis: „Könne Teller nur einmal nehme!“. Astrein. Durfte ich wieder gehen, fünf Euro latzen und freute mich wenig später über richtigen Kohldampf.

WG-Zimmer-Suche oder Freak-Show für Anfänger

Wie schon erwähnt, hat meine Süße ja einen Job in Bremen ab dem 01.11. Dafür benötigt sie noch ein Zimmer, denn irgendwo möchte sie ja auch gerne unterkommen. Also, haben wir uns gestern 6 potentielle WGs angeschaut. Hier eine kleine Aufstellung.

1.) Die erste WG war eine 2er-WG in der Bremer Neustadt. Sehr nett gelegen, aber leider im dritten Stock. Wir wurden von der möglichen Mitbewohnerin und ihrem Freund empfangen und beide machten einen sehr netten Eindruck. Die Wohnung war eine Dachgeschoßwohnung, aber sehr nett. Das Zimmer war okay und das absolute Highlight der Bude war eine schicke Dachterasse. Leider bekam die Süße für die Wohnung eine Absage.

2.) Die zweite WG war auch in der Neustadt. Der Mitbewohner war so um die 30, kam aus Osteuropa und studiert Jura in Bremen. Das Zimmer war angenehm groß, nur war so gar kein Bodenbelag drin. Der Rest der Wohnung war funktional, um nicht zu sagen, trist eingerichtet. Man hatte das Gefühl, dass dem Mitbewohner auch nicht viel daran lag, es sich gemütlich einzurichten. Die Besichtigung war dann auch relativ schnell vorbei und wirklich überzeugen konnte die Wohnung nicht.

3.) Jetzt mussten wie in die Neue Vahr fahren. Manchem ist vielleicht das Buch „Neue Vahr Süd“ von Sven Regener ein Begriff. Die Wohnung lag in einer relativ tristen Gegend. Viele Mietshäuser, einfach lieblos nebeneinander gebaut. Dicht an dem Haus führte eine der großen Straßen vorbei, deshalb war der Lärmpegel relativ hoch. Aber vielleicht konnte die Bude ja punkten. Empfangen wurden wir von dem Mitbewohner in T-Shirt, Shorts und Adiletten. Respekt dafür. Auf den ersten Blick schien der junge Mann deutlich an einer Duschallergie zu leiden. Vor allem die Haare hätten einen eigenen Lexikoneintrag unter „ungepflegt“ verdient. In der Wohnung wurden wir von einer Wolke aus Zigarettenrauch, Schweißgeruch und warmer Heizungsluft empfangen. Was mir gleich auffiel, war die Tatsache, dass ich mit den Schuhen immer am Boden festklebte und ich beim Gehen unschöne Geräusche machte.

Dann wurden wir rumgeführt. Zuerst wurde uns die Küche präsentiert mit dem Hinweis, dass zwei- bis dreimal die Woche per Hand abgewaschen wird. Mehr geht nicht, man muss schließlich sparen. Dann ein kurzer Blick in die Abstellkammer, die voll mit Wäsche und Leergut war. Auch schön. Dann ins Wohnzimmer. Abgewetzte Ledercouch und eine WEIßE Schrankwand mit goldenen Türgriffen. Mir wurde ganz anders. Auf dem Couchtisch noch ein überquellender Aschenbecher und vor dem Tisch ein Häufchen Asche. Ganz offensichtlich war nicht nur die Körperhygiene ein Problem. Dann in das Zimmer für die Süße. Erster Eindruck: das sind ganz bestimmt nicht die versprochenen 20qm². Auf Nachfrage zuckte der Mitbewohner mit den Schultern und meinte nur, er habe halt mal geschätzt. Wohl knapp daneben. Danach noch ein paar Floskeln ausgetauscht und wieder raus aus dem Loch mit dem dringenden Wunsch, sich mal die Hände zu waschen.

4.) Danach ging es dann nach Hemelingen. Ein Zimmer in einer 4er-WG. Die Wohnung liegt über einem Autohaus und an einer relativ viel befahrenen Straße inklusive Straßenbahnlinie. Hinzu kommt, dass sich in der Nähe des Hauses zwei Bahntrassen treffen, die auch relativ viel befahren sind. Die WG selbst ist geräumig mit einem Riesenflur und einem großen Gemeinschaftszimmer. Zwei Bäder sind sogar vorhanden und die Küche bietet auch ausreichend Platz, um sich mit mehreren hinzusetzen und mal zu quatschen. Das Zimmer selbst war von der Größe her okay. Was gar nicht ging, war die pissgelb/hellblau gestrichene Wand und der orangene Teppich. Hier muss wohl jemand farbenblind gewesen sein. Das Fenster ließ sich nicht ohne weiteres schließen und leider können wir nicht sagen, wie laut es angesichts der ganzen Verkehrswege drumherum da jetzt drin ist. Aber die Mitbewohner waren soweit alle nett. Ach ja, uns wurde auch eine „Riesendachterasse“ angekündigt. Man konnte über die Fenster im Wohnzimmer (in 1,2m Höhe) aufs Dach des Autohauses gelangen, aber eine richtige Dachterrasse war das nicht.

5.) Wieder zurück in die Neustadt. Das Zimmer war in einer 3er-WG, die im vierten Stock lag. Die Wohnung war ganz nett. Die Küche war neu, aber leider winzig, ebenso wie das Bad. Das freie Zimmer war mit 14m² ausgeschrieben, aber vielleicht 11 oder 12m² groß (kann man Leute eigentlich für falsche Angaben verklagen?). Da wird es eng mit dem Platz. Die beiden anderen Mitbewohner waren sehr unterschiedlich. Während der Typ den Mund kaum aufmachte, laberte die Trulla ohne Pause. Naja, nach 15 Minuten auch hier abgeseilt.

6.) Die letzte WG lag wieder in der Neustadt. Angekündigt als nette 4er-WG. Als wir klingelten und nach dem Gang durchs Treppenhaus vor der Wohnung ankamen, guckte uns jemand fragend an. „Wir sind wegen dem Zimmer hier und haben um neun Uhr einen Termin““Ich weiß von nix“. Alles klar, geht ja gut los. Aber der Rest der WG würde vielleicht Rat wissen, dazu mussten wir in den Gemeinschaftsraum. Gar nicht so einfach, denn der Flur war eine einzige Müllhalde und wir mussten seitwärts uns an dem ganzen Gerümpel vorbeischieben. Im Wohnzimmer saßen zwei Mädels und ein Typ, der am daddeln war. Nachdem wir unser Anliegen vorgetragen hatten, meinte er dann „AAAlda, sorry, habe ich voll vercheckt“. Aha. Der junge Mann, der uns empfangen hatte, machte für uns eher widerwillig den Führer. Das Zimmer auch eine Müllhalde. Küche und Bad eher Klärgruben. Als ich im Zimmer neben dem Bad eine Katze entdeckte, die in Reichweite war, konnte ich dem Drang, sie zu streicheln nicht wiederstehen. Auf einmal sprang eine Mitbewohnerin auf, deren Zimmer ich mit einem Fuß betreten hatte und startete das Programm „Rauswurf“. Meine Süße wurde noch kurz ausgefragt:

Sie: „Wie alt biste denn?“

Süße: „25“

Sie: „Fängst Du jetzt an zu studieren oder was machst Du so?“

Süße: „Nee, ich habe einen Job ab dem 01.11. hier in Bremen“

Sie: „Wo denn und was machst Du da?“

Süße: „Ich bin Projektmanagerin im Onlinemarketing“

Sie: mustert kritisch meine Süße von oben nach unten und lässt sich zu einem „Aha“ herab.

Gut, danach wurden wir freundlich aber direkt zur Tür geschoben. „Jaja, wir melden uns. Hmm, alles klar. Bla, Bla.“ Nicht schlecht, wenn man überlegt, dass sie ein WG-Zimmer loswerden wollen. So geht man vor allem mit Leuten um, die 130 km gefahren sind, um sich die Scheißbude anzugucken. Das war echt eine Frechheit. Scheiß Studenten. Nich wahr?

Qualitätsfernsehen

Am Samstag abend nach einer ausgiebigen Shopping-Tour auf RTL „Die Burgermeister“ gesehen. Mal abgesehen vom spitzenmäßigen Wortspiel im Titel war die Sendung echt krass. Es handelte sich um eine einstündige Werbe- und PR-Sendung für die Fast-Food-Kette mit dem großen M. Wie die da auf die Qualität achten und wie alles durchorganisiert ist. Alles super, oder? Aber da gibt es ja diese nagende Frage, wie gesund der Fraß jetzt wirklich ist. Aber auch das haben die Bulettenbrater voll im Griff, denn mittlerweile kann man auf jeder Burger-Packung die Nährwerte sehen und online kann man anklicken, was man alles gefuttert hat und bekommt präsentiert wieviel Prozent seiner täglichen Ration an Kalorien, Kohlenhydraten und Co. man schon verschlungen hat.

Und das ist ja so ein Risiko für McD, denn schließlich könnte es auch Leute abschrecken, wenn sie sehen, dass sie nach 2 Packungen 20er Chicken Nuggets und dem dritten BigMac ihren Bedarf an Kalorien übererfüllt haben. Also, befragt man den durchschnittlichen Kunden. Der stellt sich online sein Menü zusammen und fast alle sind überrascht, dass das Essen nicht so fettig ist, wie befürchtet. Welch Zufall. Aber gegen die letzten Zweifel hilft noch der Ernährungsexperte Udo Pollmer, der verlautbaren lässt, dass alles ganz toll ist.

Die Sendung war mal wieder ein Lehrstück für investigativen Journalismus und hartnäckige Fragen. Was das wohl ein Unternehmen wie McD kostet, so eine Sendung ins Programm zu schleusen? Oder bietet das RTL von sich aus an? Naja, nicht mehr lange und dann kommen Sendungen von kolumbianischen Drogenbaronen, dass Koks und Heroin auch eigentlich harmlos sind, vorrausgesetzt, man übertreibt es nicht gleich. Oder die Waffenlobby preist ihre neuesten „Intelligenten Waffensysteme“ an mit nur „minimalen“ Kollateralschäden.

Um beim Thema Essen zu bleiben: Gestern waren Schatzi und ich in LG im Restaurant „Zum Roten Tor“ essen. Dürfte mit das Beste gewesen sein, was ich je an meinen Gaumen gelassen habe. Einfach nur der Hammer.

Wat is denn hier los?

Also, kurze Vorgeschichte: Schatzi hat einen Job in Bremen bekommen. Das ist bombig und ging auch verhältnismäßig schnell. Im Moment ist sie auf der Suche nach einer Bleibe in Bremen.

Sie findet eine Anzeige einer jungen Dame, die ein 22 m²-Zimmer zu vermieten hat für 250 Euro warm. Das ist ein fairer Preis, also gleich mal angerufen und einen Termin für Samstag abgemacht. Schatzi sucht weiter und findet irgendwann eine Anzeige mit gleichem Namen und gleicher Handynummer. Doch das Zimmer scheint sich in der Zwischenzeit wie von Zauberhand verändert zu haben. Statt 22m² gibt es jetzt ein Zimmer mit 13,5m² und einen Balkon mit 8,5m². Das ist schon eine etwas andere Geschichte, da ein Balkon in meinen Augen nicht wirklich zur Wohnfläche gehört. Vor allem nicht im Winter. Es sei denn, mann übt für eine Polar-Expedition. Schatzi ruft mal an, um zu klären, ob dann in der nächsten Anzeige das Zimmer vielleicht noch mehr schrumpft. Die werte Vermieterin verteidigt sich, dass es sich hier um Missverständnis handeln muss. Am Ende bleibt es bei Zimmer mit Balkon. Wen will die Alte eigentlich verarschen?

P.S.: Jemand Bock bei mir einzuziehen. Gibt auch 2 Zimmer und ich bescheiße auch nicht bei den m²-Zahlen. 🙂

Escapado

Ja, an dieser Stelle mal ein Link zu einer sehr interessanten Band: Escapado

Wenn man es in eine Schublade stecken möchte, dann ist es wohl Hardcore mit deutschen Texten. Sehr gut gemacht. Mittlerweile sind die Jungs auf dem Label Grand Hotel Van Cleef gelandet. Kann ich nur empfehlen.

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