Ein Extraleben

Vor ein paar Tagen habe ich das Buch „Extraleben“ von Constantin Gillies beendet. Ein sehr amüsantes Buch, welches ich regelrecht verschlungen habe. Die beiden Protagonisten sind Nick und der Ich-Erzähler, von dem man nur den Nickname „Kee“ im Laufe des Buchs erfährt. Die beiden arbeiten als Redaktions-Assistenten bei einer großen Zeitschrift und dürfen dort das „Mädchen für alles“ spielen. Beide haben sich in ihrem Zustand eingerichtet und treiben eher planlos durchs Leben, während alle anderen der großen Karriere nachlaufen.

Die beiden sind seit der Schule befreundet und schwelgen in nostalgischen Erinnerungen an vergangene Videospielzeiten. C64 und Atari 2600, das waren noch richtige Konsolen und an Klassiker wie „Space Invaders“ oder „Asteroids“ kommen heutige Spiele nicht ran. Die beiden sind Retrofreaks und Nick hat eine beeindruckende Sammlung alter Hardware. Als die beiden eine Runde am C64 zocken wollen, stoßen sie auf eine Nachricht, die mit dem Spiel nix zu tun hat. Die beiden wollen wissen, was es damit auf sich hat und einige Monate später nutzen die beiden ihren Urlaub, um in den USA die Spur weiterzuverfolgen. Dabei entwickelt sich eine Schnitzeljagd quer durch die Staaten.

Das Buch habe richtig gerne gelesen, vor allem weil die beiden solche Retronerds sind und einen wieder mit in die Zeit von Datasette und Co. mitnehmen. Das Ganze ist eine Art Roadmovie in Buchform und im Laufe des Buches wird klar, dass sich die Dinge für die beiden Hauptfiguren langsam ändern. Damals war eben doch nicht alles besser und bei genauer Betrachtung ist Pac-Man vielleicht noch für 15 Minuten Fun gut, aber dann ist auch vorbei. Aber da will ich jetzt auch nicht vorgreifen. Auf jeden Fall werde ich mir demnächst mal den Nachfolger „Der Bug“ holen.

Es geschehen Zeichen und Wunder

Wow, nach gerade einmal 4 Wochen kam heute der HD-Receiver von Sky an. Man ist schon fast versucht, zu sagen: „Das ging ja mal fix“. Seit meinem letzten Posting ist folgendes passiert:

Nach dem Rückruf und der damit verbundenen Ankündigung, mir den Receiver innerhalb von 2-3 Tagen zuzusenden, geschah erstmal nix. Letzten Dienstag, knapp zwei Wochen nach dem Anruf von Sky, habe ich noch einmal eine Mail an meine Freunde geschickt. Am Montag bekam ich dann einen Anruf. Angeblich hatte man mir den Receiver samt Smartcard schon zugeschickt, aber er konnte nicht zugestellt werden. Sky hatte die richtige Adresse und unser Briefkasten ist auch frei zugänglich. Aber es wäre hier in Bremen nicht das erste Mal, dass die Kollegen von der Post es mit der Lieferung nicht hinbekommen. Schon zwei- oder dreimal wurden Pakete an Nachbarn ausgehändigt, aber keine Benachrichtigung in den Briefkasten gelegt und irgendwann ist schonmal eine Sendung an den Absender zurückgegangen, wegen angeblicher „Unzustellbarkeit“.

Naja, nu ist das Teil da und dann werde ich das gleich mal freischalten lassen, um die schöne neue HD-Welt in Augenschein zu nehmen.

Never change a running Sky

So ziemlich genau vor einem Jahr habe ich mich bemüht, bei Sky an ein Abo zu kommen. Dies stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Das Ganze kann man in der entsprechenden Kategorie noch einmal nachvollziehen. Irgendwann hatte ich dann ja aber alle Zutaten und dann lief auch alles soweit. Ganz offensichtlich scheint es aber ein Problem zu sein, wenn man quasi in irgendeiner Form mit Sky interagiert, sei es, weil man eine Frage bzw. ein Problem hat oder das Abo ändern lassen möchte.

Ich wollte das HD-Paket dazubuchen, da es bis Ende Juli den HD-Receiver ohne Aktivierungsgebühr als Bonus gab. Erst online die Bestellung getätigt, aber leider war abends in meinem Konto nicht zu sehen, dass ich das Paket gebucht hatte. Ich also die Hotline bemüht. Die Dame dort hat dann meine Bestellung per Telefon aufgenommen. Smartcard und Receiver sollten samt schriftlicher Bestätigung in 2-3 Tagen folgen. Das war am 29. Juli. Bis gestern war immer noch nix da. Dann kurz eine Mail hingeschickt und wenig später wurde ich dann vom Sky Service angerufen. Da war im System nur die Bestellung des HD-Pakets vermerkt, aber nicht der HD-Receiver. Nun hat die nächste Mitarbeiterin meine Bestellung aufgenommen. Ich bin mal gespannt, was da nun von wird. Aber wenigstens ergeht es mir nicht ganz so wie dem Tobias von Meine Saison. Muss man ja auch mal positiv sehen.

Urlaubs-Review Teil II

Hier der zweite Teil meines Urlaubsberichts, der erste findet sich hier.

Sonntag

Am Sonntag sind wir dann mit der Katamaran-Fähre von Fuerteventura rüber nach Lanzarote. An Bord des Schiffs wurde mir ganz schön schlecht, ich bin einfach nicht für die Seefahrt geschaffen. Per Bus ging es dann vom Zielhafen aus ins Hotel und wir bezogen unser Zimmer. Dabei staunten wir nicht schlecht, dass wir mehr als fünf Minuten laufen mussten, um zum Zimmer zu gelangen. Nachmittags dann das Spiel Deutschland gegen England, was einfach nur furchtbar war. Aber gut, ich habe genau einen solchen Spielverlauf befürchtet und letztlich war das Ausscheiden mehr als verdient. Auch wenn das Spiel wieder einen Grund mehr für den Chip im Ball lieferte.

Der Katamaran, der für allgemeine Übelkeit sorgte

Montag

Das Hotel auf Lanzarote war im Gegensatz zum vorherigen Hotel auf Fuerte relativ zentral gelegen und gehörte zum Touri-Ort Puerto del Carmen. Montag dann wollten wir mal ein bißchen bummeln gehen und sind die Uferpromenade entlang geschlendert, immer in Richtung eines „tollen Einkaufszentrums mit mehr als 40 Geschäften“ (O-Ton Tui-Tante). In Puerto del Carmen reihte sich Ramschbude an Parfümerie an Ramschbude an Parfümerie usw. Und hier gab es auch essentielle Errungenschaften der westlichen Zivilisation, wie bspw. einen McDonald’s. Nach zwei Stunden (mit reichlich Pausen) erreichten wir das Einkaufszentrum und waren total baff – vor Enttäuschung. Außer einem Footlocker und einem Supermarkt war da nix Interessantes. Aber gut, man gönnt sich ja sonst nix in der Mittagshitze. Relativ schnell sind wir dann auch wieder zurück zum Hotel, um mal wieder Fußball zu gucken.

McDonald's Puerto del CarmenLang lebe die Globalisierung!

Dienstag

Dienstag dann haben wir uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg in die nahe gelegene Inselhauptstadt Arrecife gemacht. Hier gab es dann auch mal ein bißchen was anderes als nur Ramschbuden und Parfümerien. So konnten wir durch eine nette kleine Fußgängerzone flanieren und dem Phänomen der Siesta beiwohnen. Die ersten Geschäfte machten schon um halb zwei Uhr mittags zu und die letzten erst wieder so um fünf Uhr nachmittags wieder auf. Konsequente Sache. In der Zeit sind wir dann runter zu einer alten Hafenfestung und haben ein bißchen aufs Meer geschaut und gelesen. Den Abschluß des Tages bildete ein Besuch im Arrecife Grand Hotel. Dies ist mit 17 Stockwerken das höchste Gebäude der Insel und ganz oben kann man gemütlich einen Kaffee schlürfen. Wir also im Touri-Outfit rein in die Nobelherberge und ab in den 17. Stock. Oben angekommen schaute uns die Bedienung der Bar so mürrisch an, dass man ihre Abscheu uns gegenüber förmlich greifen konnte. Die Dame machte auch beim Bedienen den Eindruck, als würde sie sich lieber die Zehennägel rausreißen als uns zu bewirten. Aber egal. Abends dann lecker im mexikanischen Themenrestaurant im Hotel mal ein bißchen Abwechslung vom sonstigen Essen genossen.

Arrecife Gran HotelBlick aus dem 17. Stock des Gran Hotel

Freitag

Am Freitag stand wieder einmal eine Inselrundfahrt an. Zu Beginn ging es in den Nationalpark Timanfaya, einem Gebiet voller Vulkane, welches auch Feuerberge genannt wird. Hier konnte man eindrucksvoll sehen, welche Spuren ein Vulkanausbruch hinterlassen kann. Danach ging es über eine Weinprobe und einen kurzen Stopp zum Mittachmachen zu den Jameos del Aqua. Dabei handelt es sich um ein Höhlensystem vulkanischen Ursprungs, welches vom Künstler César Manrique zum Teil umgewandelt wurde. Es war sehr beeindruckend, vor allem eine vom Meer abgetrennte Lagune mit weißen Krebsen hat mich sehr fasziniert. Abschließend ging es noch zum ehemaligen Wohnhaus von dem oben angesprochenen César Manrique, der mit seiner Kunst und Architektur die Kanaren geprägt hat. Das Haus hat er in Lavablasen hinein gebaut und war richtig abgefahren.

Jameos del AquaJameos del Aqua – Außenbereich mit Pool

Am folgenden Sonntag sind wir dann wieder zurück nach Deutschland, wo es dann fast wärmer war als auf den Kanaren, dafür fehlte der kühlende Wind. Schön wars und ich kann die Kanaren nur jedem empfehlen. 🙂

Urlaubs-Review Teil I

Ende Juni, Anfang Juli waren die Frau und ich für zwei Wochen auf den Kanaren und haben dort die Seele baumeln lassen. Dabei waren wir zunächst eine Woche auf Fuerteventura und danach eine Woche auf Lanzarote. Hier noch ein kleiner Rückblick auf das Erlebte.

Montag

Montag geht es um viertel vor acht in Bremen los. Auf zum Bahnhof und dann nach Düsseldorf. Die Bahn bleibt zwischen Münster und Dortmund auch gleich mal spontan eine halbe Stunde stehen und die Frau kriegt schon die ersten leichten Panikattacken. Aber wir kommen mehr als rechtzeitig in Düsseldorf an und machen uns dann per Ferienbomber auf den Weg nach Fuerte. Im Hotel in Corralejo kommen wir ca. acht Uhr abends an und haben dann diesen Ausblick von unserem Balkon:

Dienstag:

Nach dem Frühstück empfängt uns der Reiseveranstalter und gibt ein paar Tipps. Daneben werden auch noch ein paar Ausflustouren angepriesen und im Anschluß gehen wir zum Schalter, um eine Inselrundfahrt zu buchen. Vor uns kommt ein Pärchen mit Kind dran. Die Eltern sind gerade einmal Mitte 20, aber offenbaren deutsche Gründlichkeit beim Meckern. 1.) Das Wetter: Das Pärchen beschwert sich, dass oft bewölkt ist und meist erst mittags die Sonne rauskommt. SKANDAL!!! 2.) Der Wind: Das ist immer so windig und teils echt voll nervig, weil einem immer der Hut wegweht. UNVERSCHÄMTHEIT!!! 3.) Der Strand: Am Strand ist aufgrund der starken Unterströmungen häufig rot geflaggt, was ein striktes Badeverbot zur Folge hat. WO IST DIE BILD-ZEITUNG???? Hier werden Urlauber vor dem Ertrinken geschützt und ihres Spaßes beraubt!!!

Ansonsten bleibt nur anzumerken, dass ich mich am Dienstag richtig krass verbrannt habe. Aua.

Freitag:

Nachdem wir uns schnell an den Rhythmus aus Schlafen, Essen, am Pool liegen, lesen, Essen und Schlafen gewöhnen konnten, steht am Freitag eine Inselrundfahrt an. Unsere Reiseleiterin, die Hannelore, erzählt ein bißchen viel von sich. Sie will die alte Hauptstadt vor dem Verfall retten und hat einen Verein dazu gegründet. Sie bietet geführte Wanderungen an und vermietet Zimmer in ihrem Haus. Das alles wurde uns in epischer Breite erklärt. Dennoch war die Rundfahrt sehr interessant. Wir lernen El Cotillo kennen, die alte Inselhauptstadt Betancuria, eine Ziegenfarm sowie eine Aloe Vera-Plantage. Zwischendrin gibt es noch lecker Happa.

Aloe Vera Plantage

Samstag:

Der letzte volle Tag auf Fuerteventura. Morgens um sieben aufstehen, um am Volkssport vieler Urlauber teilnehmen zu können: das Reservieren strategisch günstig gelegener Poolliegen. Obwohl es gerade erst hell wird, sind die Filetstücke schon weg. Aber schön, dass man im Willkommensschreiben des Hotels darauf hingewiesen wird, dass das Reservieren der Liegen nicht erlaubt ist und das Personal ggf. eingreift. Habe ich nicht einmal gesehen. Noch ein letztes Mal in Corralejo am Pool liegen und gegen Abend noch ein Strandspaziergang inklusive Bad im Meer.

Dialoge aus dem Leben

Heute bei Ikea gewesen und dann versucht, ein Schrank zu bestellen. War gar nicht soo einfach.

Ich: „Schönen guten Tag, wir würden gerne so ein Pax-System bestellen und nach Lüneburg liefern lassen. Ich habe hier auch schon einen Ausdruck der benötigten Teile“

Verkäufer: „Okay, dann gebe ich das mal kurz ein.“

Ich: „Liefern Sie auch am Samstag?“

V: „Also, wir liefern ja gar nicht, sondern das macht Hermes, aber die kommen auch am Samstag“

Irgendwann hat der junge Mann die Artikel in den Computer gehackt und auch unsere Adresse aufgenommen.

V: „Möchten Sie noch den IKEA-Einkaufsservice nutzen? Das ist so eine Art Rundum-Sorglos-Paket und kostet nur 25 Euro.“

Ich: „Und was beinhaltet das? Eine verlängerte Garantie?“

V: „Nein, das bedeutet, dass IKEA-Mitarbeiter die Teile des Schranks für sie aus dem Regal holen und für die Lieferung vorbereiten.“

Ich: „Häh?! Ich zahle 90 Euro für die Lieferung und muss mir dann die Sachen selbst zusammensuchen?“

V (debil grinsend): „Ja, genau.“

Ich: „Na gut, nehmen wir das auch.“

V (lässt sich vom Computer die Liefertermine anzeigen): „Also, ich kann Ihnen nächsten Donnersag anbieten zwischen 08:00 Uhr und 14:00 Uhr“

Ich: „Geht nicht. Eigentlich kommt nur der Samstag in Frage.“

V (scrollt durch die nächsten Wochen): „Ich kann Ihnen Donnerstag in einer Woche anbieten. Oder den Montag danach.“

Ich: „Äh, meine Frau und ich sind berufstätig, daher geht nur der Samstag.“

V: „Ja, aber samstags liefert Hermes nicht nach Lüneburg!“

Ich: „Aber Sie meinten doch, die liefern auch am Samstag…“

V: „Das stimmt, aber nur innerhalb Hamburgs.“

Ich: „Häh?!……….“

Ende vom Lied: Wir haben nicht bestellt, sondern ordern den Kram über das Internet. Pfft!

Three Lions in Africa – Part I

Nach dem gestrigen WM-Auftakt der englischen Nationalmannschaft könnte man es sich sehr einfach machen und alle Schuld auf den unglückseligen Keeper Robert Green laden. Natürlich ist sein Patzer peinlich und reiht sich nahtlos ein in die Serie an Flops, die englische Keeper in den letzten Jahren immer wieder produzieren. Doch dann nimmt man die 10 anderen Spieler auf dem Platz aus ihrer Verantwortung. Und die haben im Spiel gerade einmal zwei, drei gute Chancen herausspielen können.

Eigentlich war die Stimmung vor der WM gut im englischen Lager. Man hatte eine souveräne Qualifikation gespielt und immerhin auch die Kroaten locker hinter sich gelassen. Und auch wenn ich die Einschätzung einiger englischer Medien nicht teile, dass England Mitfavorit ist, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die Mannschaft eine gute Rolle spielen würde. Der Hauptgrund für meinen Optimismus sitzt auf der Bank und kommt aus Italien. Der englische Coach Fabio Capello hat die Mannschaft im Griff und aus ihr zumindest in der Quali eine taktisch disziplinierte Einheit geformt. Darüber hinaus machte er nicht den Eindruck, dass er sich von seinen Spielern auf der Nase rumtanzen lässt. Seine Vorgänger Sven-Göran Eriksson und Steve McClaren wirkten diesbezüglich nicht immer souverän.

Und das gestrige Spiel fing ja aus englischer Sicht gut an. Schon in der vierten Minute legt Heskey auf Gerrard ab, der in den Strafraum zieht und den Ball an Tim Howard vorbeilegt. Danach jedoch sah man wirklich italienische Züge im Spiel der Three Lions: die Mannschaft überließ die Initiative den Amerikanern und versuchte früh, das Ergebnis zu verwalten. Das klappte bis zur 40. Minute auch ganz gut, bis sich Rob Green einen harmlosen Schuß von Clint Dempsey einfach mal selbst reinlegte. Danach hatten die Engländer noch 50 Minuten Zeit, den Fauxpas des Keepers auszubügeln, doch spielerisch und taktisch war das ein Offenbarungseid. Hinzu kommt ein beschämender Mangel an Einsatz und Leidenschaft. Nur einen möchte ich von der Kritik ausnehmen: Wayne Rooney. Der Mann ist gelaufen, hat gerackert und war mit fortlaufender Spieldauer fast überall auf dem Platz zu finden. Doch einer alleine kann es auch nicht richten.

Enttäuschend ist dies vor allem, wenn man sich anschaut, dass bspw. im Mittelfeld Frank Lampard und Steven Gerrard ihre Kreise ziehen. In ihren Vereinen sind beide absolute Stars und Führungsspieler. Lampard hat als Mittelfeldspieler für den FC Chelsea 22 Tore in der abgelaufenen Saison erzielt. Man hätte also von einem der beiden gestern ruhig mal erwarten können, dass er das Spiel an sich reißt und mit gutem Beispiel vorangeht. Aber Pustekuchen! In den letzten Jahren konnte die englische Nationalmannschaft eigentlich nie die Erwartungen erfüllen, die man in sie gesetzt hatte. Von der EM 2004 einmal abgesehen, war das vor allem spielerisch immer mehr als fraglich. Oftmals wirkt das Team völlig gehemmt und Top-Stars bleiben regelmäßig unter ihren Möglichkeiten.

Wenn es spielerisch nicht läuft, sollte man sich auf klassisch britische Tugenden verlassen können: Kämpfen, ackern, laufen. Doch oft wirken Spiele der englischen Nationalmannschaft bei großen Turnieren eher wie Stehgeigerkonzerte. Dabei zeigte die deutsche Nationalmannschaft in den Jahren 2002 und 2006, wie man weit kommt, wenn man auf Teamgeist zurückgreift und als Mannschaft geschlossen auftritt. Es ist jetzt an Fabio Capello, die Mannschaft aufzurütteln und ihr das nötige Leben einzuhauchen. Weder Slowenien noch Algerien sind Gegner, vor denen man sich in die Hose machen muss, doch mit solch einem Auftreten wie im ersten Gruppenspiel wird es schwer werden.

Ciao Hotte

Also, am heutigen Tag hat Bundespräsident Horst Köhler seinen Hut genommen und spontan abgedankt. Nach seinen Äußerungen zum Thema Militär und wirtschaftliche Interessen fühlte er sich ungerecht angegriffen. Köhler hat die Aussagen aber nun einmal getätigt und auch wenn sich viele sicher sind, dass er das alles ja nicht so gemeint hat, dann waren die Dementis aus dem Bundespräsidialamt eher verhalten. Die Frage ist, ob ihn wirklich die Kritik so angewidert hat oder ob er nicht eher davon enttäuscht war, dass ihm Merkel und Westerwelle als Vorstandsvorsitzende unserer Prachtregierung nicht zur Seite standen. Egal, jetzt wird am besten Roland Koch Bundespräsident. *würg*

Ach, Horst

Schon seit Jahren bringen Gegner von so genannten Friedensmissionen (wie bspw. in Afghanistan) das Argument, dass es hier weniger um die Befriedung und Demokratisierung von bestimmten Regionen geht, sondern eher darum, den Zugang zu Rohstoffen und Märkten zu sichern. Die Befürworter solcher Auslandsmissionen der Bundeswehr/NATO taten sowas immer mehr oder weniger als schwachsinniges Gefasel linker Pazifisten ab, die einfach den Tatsachen nicht ins Auge blicken wollten.

Nun meldet sich Horst Köhler zu Wort, seines Zeichens Bundespräsident der BRD und offizielles Staatsoberhaupt unseres Landes. Viel hat man von ihm in den Jahren seiner Amtszeit nicht gehört. Natürlich hat der Bundespräsident nur wenig Macht und Einfluss, aber ein Roman Herzog hat wenigstens mal seine berühmte „Ruck“-Rede gehalten. Köhler blieb gerade in der Finanzkrise erstaunlich ruhig, obwohl er mal Chef des IWF war und somit sicherlich ein bißchen Ahnung von der Materie hat.

Nun hat Horst Köhler dem Deutschlandradio ein Interview gegeben, wobei vor allem folgendes Zitat doch einigermaßen aufsehenerregend ist:

„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“ (Quelle)

Ich finde es erstaunlich, dass diese Aussagen in den angeblich etablierten Medien nur wenig bis gar keine Beachtung finden. Immerhin stellt sich hier eine politisch hochrangige Persönlichkeit hin und eröffnet das Szenario von militärischen Einsätzen, um die heimische Wirtschaft zu stützen/stärken. Mal ganz abgesehen davon, dass es sich hier um einen verfassungsrechtlich mindestens fragwürdigen wenn nicht gar verfassungswidrigen Vorgang  handeln würde. Hat Horst nur ausgesprochen, was bei der politischen Führung unseres Landes Konsens ist? Das er sich verplappert und es sich um unbedachte Äußerungen handelt, würde ich einfach mal bezweifeln. Bald also dann deutsche Soldaten für billiges Öl? Oder schaffen wir uns neue Kolonien an, um den Zugang zu Rohstoffen zu sichern? Diese Aussagen scheinen also die eingangs erwähnten Argumentationen der Kritiker bspw. des Afghanistan-Einsatzes zu stützen und sind aus meiner Sicht nicht weniger als skandalös.

Tour de Force

Uff, langsam haben wir uns wieder von diesem Wochenende erholt, auch wenn die Frau noch immer alle halbe Stunde die Äuglein schließt, um ein wenig zu schlummern. Donnerstag ging es nach der Arbeit los in Richtung Magdeburg. Für die Fahrt hatten wir einen VIP-Mitfahrer der besonderen Art: ein Meerschweinchen. Tja, eine Mutter aus der Nähe von Hannover hatte ein Meerschweinchen für die Kinder gekauft. Nur leider in Verden und so haben wir den Transport übernommen. Halt mal was anderes. Wir hatten auch noch einen menschlichen Mitfahrer, der uns mit seinen zwei IPhones beeindruckte und seinen Einblicken in die Kunst, mit vier Frauen gleichzeitig über diverse Kanäle zu flirten. Ganz wichtig dabei: Alle mit unverfänglichen Kosenamen ansprechen, dann kann man auch keine Vornamen verwechseln. Habe ich mir doch glatt notiert. 🙂

In Magdeburg dann noch einen American Diner aufgesucht und danach in die DJH eingecheckt. Dabei habe ich gemerkt, dass ich meine schicken schwarzen Schuhe in Bremen vergessen hatte. Sehr schön, dann also mit schwarzen Sneakern und Jeans auf die Hochzeit. Nützt ja nischt. Am Freitag früh hoch, denn um zehn war Antreten beim Standesamt angesagt. Der Trausaal war sehr schön und das Ambiente dem feierlichen Ereignis angemessen. Nach der Trauung ging es dann unter lautem Gehupe quer durch Magdeburg nach Alt Prester zur Kirche, einem Restaurant direkt an der Elbe, wo noch eine Zeremonie im Freien abgehalten werden sollte. Bei strahlendem Sonnenschein saßen wir draußen und wohnten diesem schönen Ereignis bei. Die Zeremonie war super gemacht und war sehr bewegend. Manch eine hat auch geweint. 😉

Nach der Zeremonie gab es ein Mittagsbuffet mit Häppchen und Tomatensuppe. Die Häppchen waren nicht so ganz meins, aber die Suppe war der Brüller. Dreimal habe ich nachgelegt, so gut war die. Mjam. So um drei war wieder Locationwechsel angesagt und es ging ins Elbelandhaus. Wieder direkt an der Elbe. Nach Kaffee und Kuchen ging es dann erstmal auf die Terrasse, weiter Sonne tanken. Die meisten hatten zwar einen Sonnenbrand, aber wenn schon, dann richtig. Abends dann noch ein leckeres Buffet mit allerlei Köstlichkeiten, Spiele und um Mitternacht rundet die Hochzeitstorte das gelungene Fest ab.

Um eins waren wir wieder im Bett und um sieben Uhr morgens klingelte der Wecker. Vor uns lagen noch drei Möbelhäuser. Das erste kurz und schmerzlos in Dörverden, danach ins Küchenstudio nach Langwedel. Inklusive einer Einführung in die vier Grundaufgaben einer Dunstabzugshaube sowie einer philosophischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Was ist ein Markengerät?“.  Den Abschluss bildete dann ein Besuch bei Dodenhof, in der Selbstdarstellung ganz unbescheiden „Die Einkaufsstadt, die alles hat“. Hier dann wieder durch die Küchen- und Schlafzimmerabteilung gewirbelt, inkl. ausführlichem Matratzentest. Sollte man aber nicht machen, wenn man total müde ist, denn so wird jede Matratze zur Wohltat. Abends wieder nach Hause und nach einer Runde Grillen noch zugucken, wie die Bayern den Po versohlt bekommen. Fein.

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