Schatz, wir haben Scheiße an der Wand.

Das ganze letzte Wochenende haben wir damit zugebracht, die neue Wohnung zu streichen. Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer sowie Küche, Bad und Flur. Das Wohnzimmer strahlt jetzt in einem dezenten Hellorange. Im Schlafzimmer hatten wir uns entschieden, eine Wand in einem hellen Beige zu streichen. Die Kollegen im Baumarkt nannten das ganz fluffig „Birke“. Okay, ich die Rolle in den Eimer mit Farbe getunkt und dann die Wand angemalt. Ja, es war dann weniger ein helles Beige als ein kräftiges Hellbraun. Sah ein bißchen aus, als hätte jemand seinen Sprühschiss an die Wand verteilt. Lecker. Später geht es in die neue Wohnung und wir hoffen, dass es durch das Trocknen richtig aufhellt. Ansonsten gucken wir jeden Tag auf eine Wand im Fäkal-Farbton.

Ansonsten muss ich hier noch ein Highlight präsentieren, auf das ich während der Arbeit gestoßen. Ein Thema, das in den letzten Jahren (völlig zu unrecht!) vernachlässigt wurde, wird nun wieder aus dem Dunkel des Vergessens hervorgeholt und der Öffentlichkeit präsentiert. Vielleicht auch mal im Gästebuch nachlesen, da gibt es noch einige interessante Denkansätze. Und hier ist es!

Lebenszeichen

Hallo, da draußen. Wollte nur fix vermelden, dass ich im Moment leider kaum Zeit zum schreiben habe. Zum einen habe ich keinen eigenen Internetzugang und zum anderen gibt es im Moment viel zu tun. Morgen und Sonntag streichen wir die neue Wohnung. Nebenbei lebe ich mich gerade in meinen neuen Job ein. Klappt bisher ganz gut. Schön, dass gestern der Techniker von Kabel Deutschland in unserer neuen Wohnung war, um uns mitzuteilen, dass er uns kein Internet anschliessen kann, weil die Kabel nur einmal statt zweimal abgeschirmt sind. Sehr schön. Also suchen wir einen anderen Internetprovider. Ein Spaß.

Airsex

Ich meine, ich hätte neulich im Fernsehen einen ähnlichen Beitrag schon kurz gesehen. Aber hier noch mal für alle, in der Hoffnung, dass es noch nicht alle kennen. Airsex ist der neue Freizeitspaß aus Japan. Unsere manchmal schrulligen Freunde haben hier einfach das Prinzip des „Luftgitarre-spielens“ auf den Sex übertragen. Sieht ziemlich…..gewöhnungsbedürftig aus. Aber schön, wenn die Leute ein Hobby haben.

Die Pflaume

Gerade moderiert Kai Pflaume die Vorberichterstattung zum UEFA-Cup-Spiel zwischen Bayern München und Getafe. Irgendwie habe ich ständig die Befürchtung, dass er gleich die lange verschollene Zwillingsschwester von Franz Beckenbauer aus dem Ärmel zaubert und sich dann alle heulend in den Armen liegen. Oder Oliver Kahns lang vermisste Liebe aus Übersee, die er seit 17 Jahren nicht gesehen hatte, weil er sich kein Flugticket leisten konnte. Tsss.

Rock Band

Rock Band ist ein Musikspiel wie Guitar Hero. Der Unterschied ist, dass man bei Rock Band eine komplette Band nachspielen kann. Gesang, Gitarre, Schlagzeug und Bass. Das Ganze kommt dann auch in einem entsprechend großen Karton daher und nimmt viel Platz weg. Doch der Hersteller von Rock Band, die Firma Harmonix, scheint die europäischen Gamer gepflegt verarschen zu wollen. In den USA ist das Spiel schon seit längerem erhältlich und wird dort zu einem Preis von 170 Euro (Instrumente inklusive) angeboten. Hierzulande kostet Rock Band 170 Euro, doch das ist der Preis nur für die Instrumente und für das komplette Bundle mit Spiel soll man 240 Euro berappen. Ich glaub, mein Hamster bohnert. Man ist es ja als europäischer Gamer ja schon gewöhnt, dass Spiele, die in den Staaten 60 Dollar kosten, hier für 60 Euro vertickt werden. Vor allem bei dem momentanen Umrechnungskurs ein Witz.

Aber 240 Euro statt 170 Dollar? Bin ich einfach nur dämlich, oder ist das nur dreiste Abzocke? Der Hersteller Harmonix rechtfertigt sich mit der Tatsache, dass die Preise in den USA ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen werden, da die Mwst von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich ausfällt. Klare Sache. Rechnen wir mal nach. 170 Dollar sind nach dem heutigen Umrechnungskurs (1 Dollar ist 0,633 Euro wert) gerade einmal knappe 108 Euro. Wenn man da dann noch pauschal 20% als Mehrwertsteuer drauf haut, kommt man auf ca. 130 Euro. Woher kommt jetzt die Diskrepanz? Ist das Plastik teurer geworden? Verschlingt der Transport soviel Geld? Oder ist das einfach nur Verarsche?

Ich wollte mir das Spiel zwar nicht kaufen, aber es ist ein guter Beweis dafür, wie gerade europäische Gamer abgezockt werden. Eine Wii, eine PS3 oder eine 360 haben in Nordamerika oder in Europa die gleiche Zahl auf dem Preisschild stehen. Aber da der Dollar gegenüber dem Euro abstinkt, muss man als europäischer Gamer real mehr Geld auf den Tisch legen. Und dazu noch länger auf neue Konsolensysteme oder Spiele warten, da die Entwickler lieber erstmal die Kunden in Übersee bedient.

Das Gruschelbuch

Okay, hier habe ich einen kurzen Beitrag verfasst, der sich unter anderem über das Gruschelbuch auslässt. Am Wochenende finde ich eine an mich persönlich gerichtete Mail des Autors in meinem Mailfach:

Lieber Stephen,

ich bin gerade auf deinen Blog und damit zu deinen Aussagen übers Gruschelbuch gestoßen. Mir ist es offen gesagt völlig egal, ob mein Buch für dich den Nährwert eines Stückes Esspapier hat oder ob du’s gut findest. Was mich allerdings aufregt, ist die Vermessenheit, es von oben herab zu beurteilen, ohne auch nur eine einzige Seite gelesen zu haben!!

Im Gegensatz zu deinen hochtrabenden Sprüchen handelt es sich keineswegs um ein Loblied aufs Studivz oder gar Werbung, im Gegenteil. Genau die Themen, die angeblich nicht vorkommen, werden ausführlich angesprochen – darum geht’s ja im Kern. Aber wie sollst du das auch wissen? Ist ja auch besser einfach drauf loszumeckern, wenn einem der horrende Preis von 9,90 Euro zu teuer ist…

Viele Grüße
Steve“

Zunächst war ich überrascht, dass ausgerechnet der Autor sich auf meine Seiten verirrt und sich dann auch noch die Zeit nimmt, mir ein paar Zeilen zu schreiben. Ansonsten habe ich die Mail erstmal links liegen lassen. Aber irgendwie hat sie mich beschäftigt, denn eigentlich hat der gute Steve ja recht. Ich habe nix von dem Buch gelesen (außer dem Klappentext) und dann sollte eigentlich der von Dieter Nuhr formulierte Grundsatz „Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal die Fresse halten“ gelten. Und ich kann ja auch verstehen, dass er da ein bißchen angepisst ist. Aber nun habe ich beschlossen und auch den Steve informiert, dass ich mir das Buch besorgen werde, um dann noch einmal darüber zu berichten. Ich versuche, das Buch möglichst objektiv zu bewerten. Danke an Steve für die Mail und die Erlaubnis, sie hier posten zu dürfen.

Angst

Morgen geht es mit der Liebsten zu zwei Möbelhäusern, um die neue Wohnung hübsch zu machen. Auf der Wunschliste steht ein Kleiderschrank, Gardinen, Teppich und noch vieles mehr. Und das alles auf einem Samstag. Da werde ich vorher irgendein Scheiß-Egal-Mittel nehmen müssen, um die Menschenmassen auszuhalten, ohne jemanden zu verprügeln. Ommmmmm. Falls ich mich nicht mehr melden sollte, ist irgendwas passiert. Nur damit ihr Bescheid wisst.

Die Google-Falle

Habe in den letzten Tagen das Buch „Die Google-Falle“ gelesen. Der Autor Gerald Reischl behauptet, damit das erste kritische Buch zu Google vorgelegt zu haben. Nun weiß ich aber aus persönlicher Lebenserfahrung, dass es nicht immer angebracht ist, laut „Erster“ zu rufen. Manchmal gibt man der Sache ein bißchen mehr Zeit. Außerdem ist die Behauptung so nicht ganz zu halten, gibt es doch die Aufsatzsammlung „Die Macht der Suchmaschinen„, die sich schon im letzten Jahr kritisch mit Google und Suchmaschinen allgemein auseinandergesetzt hat.

Für Leser, die sich mit Google noch nicht auf diese Weise auseinandergesetzt haben, offeriert das Buch durchaus einen Einblick darin, dass nicht alles Gold ist, was in der Kostenlos-Welt der Suchmaschine glänzt. Die Datensammel-Wut der Googlianer steht dabei im Mittelpunkt der Kritik. Zurecht, wie ich finde, denn wenn man besonders viele Dienste von Google verwendet und dies dann noch mit einem Google-Account (z.B. für Googlemail oder ähnlichem verbindet), ist die Menge an Dingen, die sie über einen erfahren können, riesig. Dennoch fand ich persönlich das Buch ein bißchen lahm, da ich das meiste schon wusste. Es gibt aber auch einige Punkte, die kritisiere:

Spießigkeit kennt keine Grenzen….

Oha, ganz offensichtlich gibt es dann doch einen kausalen Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Alter und der Spießigkeit eines Menschen. Für unsere neue Wohnung haben wir einen neuen Internetanschluß bestellt und gesehen, dass es noch lecker Prämien gibt, die man sich bestellen kann, wenn man von jemandem geworben wurde. Wir kannten zufällig jemanden, der bei eben diesem Anbieter ist und konnten uns dann was Schönes aussuchen. Da gab es eine PSP, die wollte ich dann haben. Da gab es ein Navi, das wollte die Liebste haben. Am Ende haben wir uns auf ein Topfset geeinigt. Vor ein paar Jahren hätte ich mich lieber erschießen lassen, als so ein Topfset als Prämie zu nehmen. Zumal noch bei den Alternativen. Aber heute nimmt man das Topfset, schaut sich nach dem passenden Bräter um, denn es muss ja alles zusammenpassen und wundert sich ein bißchen, wie man so werden konnte.

Trends

EDIT: Hier gibt es Neues zum Thema Gruschelbuch zu erfahren.

Vor gar nicht allzu langer Zeit war Second Life (kurz: SL) der heiße Scheiß. Überall wurde darüber gesprochen, und jeder musst mitmachen. Trendige Firmen konnten gar nicht schnell genug ihre SL-Dependance aufmachen. Und immer wurde die so genannte SL-Millionärin ins Rampenlicht gezerrt, als Beweis dafür, dass man auch in einer virtuellen Welt den großen Reibach machen kann. Der Spiegel-Redakteur Christian Stöcker verlegte eines von vielen Büchern zum Thema SL. Mittlerweile hört man erstaunlich wenig über SL, denn am Ende des Tages begegnet man auch in dieser virtuellen Utopie genau den gleichen Pappnasen wie im realen Leben und die Bestürzung war groß, als man feststellte, dass auch SL nicht frei ist von solch furchtbaren Dingen wie der Pornografie. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass es wenige Bücher gibt, die sich mit World of Warcraft auseinandersetzen. Dort kommen noch mehr Menschen zusammen als bei SL, es gibt eine funtkionierende Wirtschaft rund um das Spiel. Gut, natürlich ist es schwer vorstellbar, dass Adidas dort einen Shop aufmacht, um Orks und Elfen mit den neuesten Errungenschaften moderner Schuhtechnologie zu erfreuen.

Heute habe ich dann in der Unibuchhandlung hier in Lüneburg „Das Gruschelbuch“ gesehen. Laut Webseite behandelt das Buch folgendes krasses Thema „Steve Przybilla hat die Community im Selbsttests unter die Lupe genommen. Herausgekommen sind skurrile Erlebnisse und Bekanntschaften, die er im Gruschelbuch beschreibt – ein Erfahrungsbericht von der Internetfront.“ Also wahrscheinlich die ultimative Lobhudelei auf StudiVZ, kein Wort über die Querelen um Sicherheit, die manchmal komischen Aktionen des Gründers oder die vielen lustigen Gruppen im Sinne von „Wir wollen Deutschland in den Grenzen von 1937“. Leider bin ich zu geizig, dass Buch zu kaufen, aber ich würde es schon gerne mal lesen, auch wenn der Närhwert im Bereich eines Blattes Esspapier liegen dürfte. Bin mal gespannt, ob das jetzt der neue Trend wird: die Social Networks dieser Erde mit Erfahrungsberichten aus dem Innenleben der großen Communities. Nach dem Motto: Ich bekam feuchte Hände, als Martina mich zärtlich gruschelte. Oder auch: Wie Bilder vom Eimersaufen meine Karriere ruinierten, denn mein zukünftiger Personalchef ist auch auf StudiVZ. Man darf gespannt sein.

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