Polit-Dilemma

Das Jahr 2009 ist ein so genanntes Superwahljahr und der Höhepunkt steigt dann am 27. September mit der Bundestagswahl. Das Problem ist dabei, wen man überhaupt noch wählen will/kann/soll. Nichtwählen ist auch keine Option, aber die Parteien machen es einem auch nicht wirklich einfach.

CDU: Ah, es hätte so schön sein können für Angie Merkel. Drei Jahre lang war sie die lächelnde Kanzlerin. Probleme im Innern wurden nicht gelöst, aber man machte immerhin außenpolitisch eine gute Figur. Wahrscheinlich hatte sich Merkel schon gefreut, die Regierungszeit bis zur diesjährigen Wahl einfach auszusitzen, ohne groß in Schweiß zu kommen. Dann kam die dumme Finanzkrise und seitdem wird rumgehühnert. Die Abwrackprämie verschiebt den Crash der Automobilbauer um einige Monate. Wird sie eingestellt, sehen sich VW und Co. einem völlig übersättigten Markt gegenüber. Die Konjunkturprogramme haben nur einen garantierten Erfolg: die Erhöhung der Staatsschulden. Am Ende sind es die Steuerzahler, die zur Kasse gebeten werden.

Aber natürlich gibt es da noch mehr Spezis in den Reihen der Christdemokraten. Allen voran der Kämpfer für Bürgerrechte Wolfgang Schäuble. Wenn er könnte, würde er alle Bundesbürger in Haft nehmen, denn jeder stellt eine potentielle Gefahr dar. Auch ist sich Wolle nicht zu schade, unliebsame Verfassungsorgane zu kritisieren. Und dann haben wir ja auch die Ursula von der Leyen. Supermutter und Internetexpertin. Hat sich in meiner internen Liste von Politiklieblingen weit nach oben geschoben. Statt Kinderpornografie an der Wurzel zu bekämpfen und die Täter mit aller Härte zu verfolgen und die Opfer zu schützen, darf man sich die Sachen jetzt nicht mehr im Netz angucken. So kann man auch so tun, als tue man alles mögliche. Zudem lassen sich die Sperrlisten des BKA auch prima mit allerlei anderen unliebsamen Inhalten füllen. Dumm nur, dass die Sperren technisch völlig ineffektiv sind und leicht umgangen werden können. Die Organisation Care Child konnte mit einfachsten Mitteln die Regierung bloß stellen.

SPD: Ja, die SPD. In weiten Teilen auch nicht mehr als das Anhängsel in der Großen Koalition. Macht alles brav mit, was die CDU vorbringt. Der Wahlkampf wird mit der Ankündigung einer Reichensteuer eröffnet, die soziale Gerechtigkeit symbolisieren soll. Was dahinter steckt kann man sich hier durchlesen.  Vielleicht sollte die SPD einfach das Sozial aus dem Namen streichen, das wäre wenigstens ein Stück weit ehrlich. Schön auch, dass die SPD in ihrem Wahlprogramm die FDP einerseits als Verantwortliche für den „gescheiterten Marktradikalismus“ benennt, aber andererseits eine Ampel-Koalition zusammen mit den Grünen für möglich hält. Aber Müntefering findet das ja eh doof, dass Parteien immer an ihren Wahlkampfaussagen gemessen werden.

FDP: Der Guido ihm sein Wahlverein. Brauch man nicht drüber reden. Ein Spitzenkandidat, der sich nicht zu schade ist, ins Big Brother-Haus einzuziehen? Und ich gebe einen feuchten Scheiß drauf, wie lange das her ist. Das einzig positive an den Gelben ist der Umstand, dass sie sich immerhin gegen die Beschneidung von Bürgerrechten wehren.

Die Grünen: Nun also zu unseren „Ökos“. In meiner Wahrnehmung sind die Grünen wie die FDP eine Partei der Besserverdienenden, nur dass sie sich einen ökologischen Anstrich geben. In Hamburg geben sie den Juniorpartner (lies: Ja-Sager) für die CDU. Das alleine ist schon schlimm genug. Als erstes wurde dann auch das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg abgenickt. Vor der Wahl hatte man Moorburg noch  verhindern wollen. Naja, man hat ja auch gewisse Sachzwänge, wenn man an der Macht ist, oder?

Die Linke: Die Linke ist auch ein Beispiel dafür, dass man sich als Oppositions-Partei auch gerne mit überzogenen Forderungen aus dem Fenster lehnen darf. Unlängst macht Lafontaine mit einem Spitzensteuersatz von 80 Prozent von sich reden. Doch in Berlin, wo die Linke schon länger zusammen mit der SPD regiert, zeigt sich, dass man auch bereit ist, soziale Kürzungen mitzutragen. Streichung von Sozialtarifen bei den Verkehrsbetrieben, Privatisierung von Wohnungsgenossenschaften, usw. Auch hier zeigt sich, dass von den vollmundigen Versprechungen oft nicht viel übrig bleibt, wenn man erstmal die Hebel in der Hand hat.

Tja, und nun? Im Moment liebäugel ich mit der Piratenpartei. Die setzt sich immerhin für mehr Bürgerrechte auch und gerade im Netz ein. Das Problem daran ist, dass sie zum einen noch nicht an der Bundestagswahl teilnehmen kann, da noch eine Menge Unterschriften fehlen. Zum anderen ist die Partei programmatisch in anderen Bereichen wie Wirtschaft, Bildung oder Soziales eher schwach aufgestellt (oder sagen wir: gar nicht). Vielleicht würfel ich einfach in der Wahlurne aus, wem ich meine Stimme gebe. Oder ich stelle eine Liste mit Pro und Contra für jede Partei auf und schlucke die „kleinste Kröte“. Aus dem Bauch heraus wären das wohl die Grünen. Alles nicht einfach.

Berlin, Berlin!!!!

Ah, mit etwas Verspätung noch ein kurzer Jubel über den Halbfinal-Sieg des glorreichen SVW gegen die Jungs aus Stellingen. Mann des Tages war eindeutig Tim Wiese. Vor dem Spiel heizte er mit mutigen Sprüchen die Atmosphäre noch auf und ich muss ehrlich sagen, dass ich mir dachte, er möge doch die Klappe halten. Doch im Elfmeterschießen zeigt er Eier (die Kahn mal schmerzlich vermisst hat) und fischt drei Elfer raus. Sehr schön. 1:0 in der vier Spiele umfassenden Derby-Serie gegen den Stellinger SV. Vielleicht ein kleiner püschologischer Vorteil. Nächsten Donnerstag dann Teil 2 im heimischen Weserstadion. Falls jemand schon verwirrt sein sollte, da steigt das UEFA-Cup-Halbfinal-Hinspiel.

Olé, Olé, Olé

Gestern abend wurden die Bayern nach Strich und Faden vom FC Barcelona verprügelt/vernichtet/gedemütigt. Das war Fußball vom Allerfeinsten, ich fand es aber ein bißchen enttäuschend, dass Barca nach der Halbzeit ein bißchen das Tempo rausgenommen hat, denn hier wäre locker ein zweistelliges Ergebnis drin gewesen. Hach, war das schön. Ah, da höre ich schon wieder die Stimmen: „Aber Du darfst doch nicht gegen einen deutschen Verein sein. Wir müssen doch zusammenhalten!“. Pfft. Meinetwegen können die Bayern jeden Tag so vermöbelt werden. Gilt übrigens auch für den HSV, Wolfsburg, Schalke und fast alle anderen.

Und dann noch eine Doku, die ich am Dienstag abend gesehen habe: „Der gläserne Deutsche“, ein Filmbeitrag über Datensammler und Co. Sehr interessant. Kann man sich auch in Mediathek des ZDF noch einmal zu Gemüte führen.

Wer hat den Längsten?

Seien wir doch mal ehrlich: Twitter ist auch nur ein virtueller Schwanzvergleich. Wer hat die meisten Follower und wer kann am meisten Tweets am Tag raushauen, um viel mehr geht es doch am Ende des Tages nicht, auch wenn die Medien versuchen, einem was anderes zu erzählen. Endlich gibt es dann auch eine Seite, die all die Grunddaten in eine vergleichbare und einfache Kennzahl umwandelt. Die Penislänge. Viel Spaß, liebe Twitterfans mit: Epenis.

Ein kleiner Spaziergang

Endlich kommt die Sonne mal raus. Nachdem ich heute den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen habe, bin ich abends mal in den nahen Wümmewiesen herumgestreunt. 🙂

Auf das die Ohren bluten!

Tja, hier ist sie also: Die wahrscheinlich mieseste Vereinshymne uff der Welt. Kommt vom FSV Frankfurt, einem Club, der in den Niederungen der zweiten Liga vor sich hindümpelt, aber immerhin noch vor dem Drittligisten in spe, nämlich Hansa Rostock. Es empfiehlt sich, die Hymne auszuspielen, um auch die kleinen versteckten Wortspiele zu entdecken und um sich dann auch auf die Metaebene in dem Stück einzulassen. (via Scudettoblog)

Gaming in the cloud?

Cloud Computing ist schon seit längerem ein heißer Trend in der IT-Szene. Vereinfacht gesagt beinhaltet das Konzept die Idee, dass der Anwender nicht mehr selbst über teure Programme und Hardware verfügen muss. Diese werden in die Rechnerwolke (Computer Cloud) ausgelagert und sind über das Internet abrufbar. Ein Beispiel sind z.B. die Google Docs, eine Dienstleistung von unser aller Lieblings-Suchmaschine. Hier finden sich Textbearbeitungs- und Tabellenkalkulationsanwendungen, die nicht mehr auf dem eigenen Rechner installiert werden müssen. Man braucht nur ein Gerät, mit dem man auf das Internet zugreifen kann. Dies kann ein Netbook oder auch ein Handy (zumindest theoretisch) sein.

Nun also kommt von der Firma OnLive, die ihr Modell für Cloud Gaming vorstellt. Das Prinzip ist einfach: Die Spiele laufen auf den Rechnern von OnLive. Die Bilder werden dann über das Internet an den Spieler geschickt, dessen Eingaben per Controller wieder an den Rechner von OnLive übertragen werden. Damit werden teure Investitionen in PC-Hardware oder Konsolen überflüssig und das würde den Gamesmarkt sicherlich revolutionieren. Bisher steht noch nicht fest, wie teuer das Ganze dann am Ende wird und vor allem stellt sich die Frage, ob das dann auch reibungslos läuft. In den USA wird auf der Firmenwebsite zum Beta-Test eingeladen. Kann also noch dauern, bis das dann wirklich der breiten Öffentlichkeit zugeführt wird. Spannend ist die Idee allemal. Hier gibt es noch mehr Infos dazu.

Oh boy!

Nach dem Amoklauf in Winnenden letzte Woche habe ich nicht das Bedürfnis gehabt, etwas dazu zu sagen, da eigentlich alles zu dem Thema gesagt wurde. Gestern abend kam im NDR die Sendung „Zapp – Das Medienmagazin“, die sich kritisch mit der medialen Berichterstattung auseinander gesetzt hat. Teilweise verschlägt es einem die Sprache. Ich empfehle, sich das Ganze mal hier anzuschauen. Schön auch die Fotografen am Ende des Beitrags, die sich beschweren, dass sie dabei gefilmt werden, wie sie das Film- und Fotografierverbot umgehen. Jaja, Scheißjob und so. Deine Mutter. Auch in der Sendung kam ein Bericht über einen Bremer, der zufällig den gleichen Namen wie der Amokläufer hat und was bei ihm abging, nachdem die Medien nach dem Amoklauf verzweifelt Informationen gesucht haben.

Heute habe ich dann gelesen, dass Kaufhof ab dem April darauf verzichten will, jegliche USK/FSK-18 Medien zu verkaufen. Dabei soll es sich um ein „Zeichen für soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung“ handeln. Kann ich nicht ganz nachvollziehen, es sei denn, Kaufhof versucht sich jetzt als Saubermann-Unternehmen zu präsentieren.

Darüber hinaus noch der Hinweis auf einen Artikel von netzpolitik.org. Dabei geht es um die Initiative, Internet-Sperren gegen Kinderpornografie einzusetzen. Die ganze Diskussion wird gerade von den Befürwortern emotional stark angeheizt, da jeder, der sich gegen solche Sperrungen ausspricht verdächtigt wird, mehr oder weniger direkt Kinderpornografie zu unterstützen. Dabei sind solche Sperren technisch leicht auszuhebeln und zudem bleiben starke rechtliche Bedenken. Zudem gibt es hier eine digitale Karte, die aufzeigt, wo Server stehen, die in Europa geblockt sind. Erstaunlich, wie viele dann doch in Europa oder den USA stehen. Man fragt sich, warum die Strafverfolgungsbehörden dort nicht aktiv werden, wenn da irgendwelche illegalen Inhalte drauf sind. Jedenfalls wird in dem netzpolitik-Artikel deutlich, dass die Sperren nicht nur gegen Kinderpornografie gerichtet sein werden. Prost Mahlzeit.

Literaturverfilmungen

Gestern abend war Videoabend angesagt. Und da haben wir uns zwei Literaturverfilmungen reingefahren.

Als erstes gab es „Die Stadt der Blinden“ nach einem Roman von Nobelpreisträger Jose Saramago. Das Buch habe ich schon vor ein paar Jahren gelesen und war sowohl von Stil und Geschichte begeistert. Der Film kann mit dem Buch nicht ganz mithalten. Was mir vor allem fehlt, ist die Stimmung aus dem Buch. Vor allem die Szenen, in denen die Blinden in einem alten Krankenhaus interniert werden, sind nicht so eindrucksvoll wie ich sie aus dem Buch in Erinnerung hatte. Auch stieß die Idee, den Film überwiegend in weißen und grauen Farbtönen zu halten, bei mir nicht auf allzu viel Gegenliebe. Irgendwie passte das nicht zu der Geschichte, auch wenn die Blinden von einer „weißen Blindheit“ befallen sind. Wirklich schlecht ist er nicht, aber auch kein wirklicher Kracher.

Der zweite Film war „Fleisch ist mein Gemüse“ nach dem epischen Buch von Heinz Strunk. Auch der Film war eher mittelmäßig. Irgendwie fehlte mir das lakonische aus den Beschreibungen von Strunk, die mich beim Lesen des Buchs immer wieder zum Lachen gebracht haben. Weiß auch nicht, da waren zwar ein paar Lacher dabei, aber irgendwie war das nicht so meins. Vor allem das Kaputte der Band „Tiffanys“, bei der der Heinzer mitmuckt, kommt nur am Rande rüber.

Wann wird eigentlich „Feuchtgebiete“ verfilmt?

Fahrradmesse in Bremen

Am gestrigen Sonntag waren wir mit einem befreundeten Pärchen auf der Bremer Fahrradmesse.  Eigentlich wollten wir ins Überseemuseum und dazu auf der Bürgerweide an der Stadthalle parken. Da war es dann rammelvoll und dann fiel mir ein, dass ja Fahrradmesse war (und auch die Deutschen Cheerleader Meisterschaften) und deshalb so viel los war.

Da haben wir kurzerhand die Planung umgestellt und uns für die Messe entschieden, was sich als Griff ins die berüchtigte Toilette herausstellen sollte.  Zunächst einmal haben die lockere neun Euro Eintritt genommen. Das war schon hart, auch wenn ich als Studi auf sieben runterhandeln konnte. Dann rein in die erste von zwei Hallen. Dort viele Fahrradstände und viele Stände von Tourismusvereinen. Mitten in der Halle dann eine Teststrecke auf der man das Rad seiner Wahl mal auf eine kleine Spazierfahrt mitnehmen konnte. Daneben war ein Drittel der Halle mit „Trial Biken“ ausgefüllt, wo man sich mit speziellen Fahrrädern über Hindernisse wagt. Ja, das war dann auch schon die erste Halle.

Danach ging es also rüber in Halle Nummer zwei. Hier dann ein großer Stand vom Outdoor Shop Globetrotter, ein Shop für Surfartikel, eine Kletterwand, ein Tauchturm, eine riesige Golfecke, ein Sonderverkauf für Outdoorklamotten und keine Fahrräder. Am Ende des Tages war gerade einmal eine halbe Halle mit relevanten Ständen von Herstellern und Händlern gefüllt. Wenn man da noch die für uns wenig interessanten Touribuden rausrechnet, dann ist das echt richtig schwach. Ein Viertel der Ausstellungsfläche widmet sich dem Thema der Messe, dem Fahrrad. Der Rest ist Teststrecke, Trial Biken und nutzlose andere Stände. Nach einer Stunde sind wir da völlig genervt wieder raus. Da hätte ich das Geld auch in die Tonne schmeißen können.

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